The Sustainable School Uganda –Bildung und Vertical Farming



The Sustainable School Uganda –Bildung und Vertical Farming
03. Januar 2022  ·  von Hilmar Hilger



Kategorie: Schul- oder Kitaprojekt zu Wasser- oder Umweltschutz

 

Beschreibe Euer Projekt

 

264 Millionen Kinder weltweit können nicht zur Schule gehen. Doch verdient nicht jedes Kind das Recht auf Bildung – unabhängig davon, wo es geboren wurde?

Bildung ist der Schlüssel zu einer besseren Zukunft – für die Kinder, aber auch für ihre Heimatländer. Unsere Mission ist es, Kindern zugängliche und qualitativ hochwertige Bildung zu bieten, die sonst keine haben können. Dabei haben wir uns zur Aufgabe gemacht, Schulen zu bauen und zu begleiten, da wo die Unterstützung am meisten gebraucht wird. Gemeinsam mit lokalen Partnern leisten wir einen entscheidenden Beitrag zur Veränderung für die Kinder, sowie für die Gesellschaft vor Ort. Unsere Vision ist es jedem Kind eine faire Chance im Leben zu geben.

Durch unsere Arbeit konnten wir bisher zwei Schulen in Nepal, sowie eine weitere Schule in Uganda mit insgesamt 20 Klassenzimmer bauen. Dadurch können bisher 397 Kinder zur Schule gehen und 37 Lehrer*innen und Mitarbeiter*innen konnten angestellt werden.

In diesem Jahr wurde nun eine weitere Schule in Uganda gebaut, die circa 120 Kindern einen Schulplatz bieten wird. Unser Ziel ist es jedoch, eine sich selbst versorgende Schule zu bauen, um die lokale Gemeinschaft zu stärken und einen wirtschaftlichen und ökologischen Wandel voranzutreiben.

Geplant ist zum einen die Installation von Sonnenkollektoren, die die Schule mit Strom und die Pumpe, die Wasser aus einem Brunnen pumpt, mit Energie versorgen wird. Zum anderen soll eine Biogasanlage gebaut werden, die an die Schultoiletten und den landwirtschaftlichen Betrieb angeschlossen wird. Dadurch kann die Schule eigenes Gas für die Schulküche produzieren, die täglich zwei Mahlzeiten für die Schüler*innen und Mitarbeiter*innen liefert.

Doch möchte ich den Fokus bei dieser Bewerbung auf das folgende Projekt setzen – das Modell eines Vertical-Schulgartens. Was soll das sein? Um zu gewährleisten, dass sich die Schule in naher Zukunft selbst tragen kann, haben wir uns überlegt, wie die Schule selber Einkommen generieren kann. So kamen wir auf die Idee einen Vertical-Schulgarten zu eröffnen, auf dem die Kinder, die Eltern und Freiwillige mithelfen.

Das Grundprinzip des Vertical Gardenings ist einfach. Mit verschiedenen Installationen wird das Land nicht nur horizontal, sondern auch vertikal genutzt, wodurch der Ertrag derselben Bebauungsfläche um ein Vielfaches gesteigert werden kann.

Die Idee des Community- und Schulgartens kam schon zu Beginn des Projektes auf, da uns bei einigen Community-Besuchen ein konkretes Problem immer wieder auffiel. Familien, die kein eigenes Land besitzen und/oder durch Krankheiten, wie HIV, nicht auf einem Feld arbeiten können, haben große Probleme die eigene Familie zu ernähren. Diese Community-Mitglieder benötigen eine einfache Lösung, die es ihnen ermöglicht mit wenig Geld und kleinen Landflächen (ihr Grundstück auf dem ihr Haus steht) einen maximalen Ertrag an Gemüse zu erwirtschaften.

Mit dieser Erkenntnis beschäftigte sich das 264-Team sowie das Team unseres lokalen Partners Eddy in den letzten Monaten und wir versuchten zusammen neue Lösungsansätze zu entwickeln. Die innovative Idee des Vertical Farmings verspricht für den Schulgarten einen höheren Ertrag und ist somit gleichzeitig auch eine gute Lösung für die ärmsten Mitglieder der Community. Doch die Frage, die sich unseren Teams stellte, war, welche Vertical Farming Installation nun konkret umgesetzt werden sollte.

Um dies herauszufinden, riefen wir eine Vertical-Farming-Challenge in der Community ins Leben. Es wurden Teams gebildet und versucht den perfekten Prototypen in Bezug auf Kosten, Langlebigkeit und Ertrag zu gestalten. Im Rahmen dieser Challengen konnten wir nicht nur einen perfekten Prototypen für den Schulgarten identifizieren, sondern ebenfalls einen kostengünstigen und ertragreichen Prototypen für die Anwendung außerhalb der Schule finden.

Für den Schulgarten wurden letztendlich zwei der Prototypen (Cake-Garden & Plastic-Fence) aus der Vertical-Farming-Challenge und zwei Installationstypen (Sack-Gardening & Greenhouse), die sich bereits in der Community bewährt haben, ausgesucht.

Prototype “Cake-Garden”
Dieser Prototyp verspricht durch sein vertikales Gebilde einen hohen Ertrag und kann mit minimalen Kosten (5 EUR für die Baufolie & Schnur) gebaut werden. Es wird im Moment getestet, wie viel Ertrag durch diese Methode tatsächlich generiert werden kann. Anschließend sollen die “Cake-Gardens” flächendeckend im Schulgarten, sowie in den Communities verteilt werden.

Prototype “Plastic-Fence”
Mit dem Plastikflaschen-Prototypen wird der Schulzaun, der das Schulanwesen abzäunt, genutzt. Dadurch ist die Langlebigkeit der Installation gewährleistet und es fallen keine weiteren Materialkosten an, um in die Höhe (vertikal) zu bauen. An ein Zaunstück können 80 halbe Plastikflaschen (20 Flaschen à 4 Reihen) angebracht werden. Die Zaunpfähle können zusätzlich größere Behältnisse tragen.

Das Ziel ist es die 150 Zaunstücke in den nächsten Monaten, nach erfolgreicher Testphase, mit den Plastikflaschen zu bestücken. Dadurch kann alleine der Schulzaun circa 12.000 Pflanzen beherbergen. An einer Weiterentwicklung des Prototyps wird gerade gearbeitet. So soll ein ausgeklügeltes Wasser-Dripping-Systems installiert werden, um die Vertical-Gardening-Zauninstallation autonom zu gestalten.

Community proven “Sack-Gardening”
Das Sack-Gardening wurde bereits von einigen Community-Mitgliedern erfolgreich umgesetzt. Hierbei orientieren sie sich nicht an Vertical-Gardening, sondern nutzen alte Zementsäcke, die den Pflanzen ein abgeschottetes Ökosystem bieten.

Community proven “Greenhouse”
Bei dem “Greenhouse” wird Licht gefiltert, wodurch Pflanzen (z.B. Tomaten) dazu animiert werden, weiter in die Höhe zu wachsen, um mehr Licht zu bekommen. Nach Feedback des Greenhouse-Besitzers sollte dieses noch mindestens 2 Meter erhöht werden.

Wir glauben an das Prinzip des Geben und Nehmen. Rund 80% der Kinder werden langfristig gesponsert. Im Gegenzug bittet die Schule die Eltern, die sich das Schulgeld nicht leisten können, stattdessen einen Beitrag zur Entwicklung der Gemeinde zu leisten, indem sie beispielsweise auf der Farm mithelfen. Gleichzeitig lernen die Kinder nachhaltige Landwirtschaft zu betreiben und können einen engere Beziehung zu ihren Eltern aufbauen. Durch den Verkauf der erwirtschafteten Ernte auf Märkten kann Einkommen generiert werden, dass weitere Schulgebühren von Kindern, sowie laufenden Schulkosten decken soll. Ebenfalls soll Gemeindemitgliedern geholfen werden, die sich Nahrungsmittel nicht leisten können. Die Kombination aus Schulgebühren und Einnahmen des Schulgartens wird es ermöglichen, dass die Schule in 10 Jahren selbsttragend sein wird.

 

Was ist das Ziel Eures Projekts?

Das Ziel des Projektes ist es, dass die Schule die Möglichkeit bekommt, eigenständig Einkommen zu generieren. Wir konnten gemeinsam mit der lokalen Gemeinschaft erreichen, dass circa 150 Kinder Zugang zu kostenloser und hochwertiger Bildung erhalten. Doch diese Bildung soll auch langfristig gesichert werden, um den Kindern einen vollständigen Bildungsweg zu ermöglichen. So soll das Farm-Projekt laufende Kosten der Schule decken und Schulgebühren der Kinder finanzieren, dessen Eltern es sich nicht leisten können diese zu zahlen. Zusätzlich sollen Kinder nachhaltige Landwirtschaft und den richtigen Umgang mit Böden & Wasser erlernen, sodass die Ressourcen der Erde langfristig und effektiv genutzt werden können. Das Ziel ist es, dass die Schule somit in zehn Jahren selbsttragend sein kann. Eine Kombination aus Schulgebühren und Einnahmen aus dem Farm-Projekt wird dies ermöglichen.

 

Wofür soll das Preisgeld eingesetzt werden?

Das Preisgeld soll dafür eingesetzt werden, die beiden Prototypen “Cake-Garden” und “Plastic-Fence” umzusetzen. Dabei kostet eine “Cake”-Beet circa 5 EUR und benötigt circa zwei Stunden an Arbeitszeit. Wenn ein Arbeiter rund 2 EUR in der Stunde verdient, kostet ein Beet also circa 9 EUR. Ein Stück des Plastikflaschen-Zauns kostet hingegen circa 4 EUR und benötigt für die Installation 2-6 Stunden. Somit kostet ein Stück des Plastikflaschen-Zauns zwischen 8 EUR und 16 EUR.

 

Warum verdient Euer Projekt den Nachhaltigkeitspreis?

Das Projekt bietet ein Lösungsansatz, wie sich Schulen in Entwicklungsländern selber finanzieren können. 264 versucht mit der Initiierung des Projekts erste Schritte zur Transformation einer Gesellschaft einzuleiten. Durch das Farm-Projekt wird ein Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Community kreiert, das den Menschen Hoffnung gibt gemeinsam eine bessere Zukunft erreichen zu können. Durch das Projekt können wir dieser Community gemeinsam helfen.




1 Kommentare




  • Kommentar von Thea aus Kirchditmold

    Von den vielen sehr guten Projekten scheint mir dieses am meißten von finanzieller Unterstützung abhängig zu sein.
    Außerdem glaube ich, dass es Projekte schwerer haben, die weiter weg sind. „Global denken – lokal handeln“ ist wichtig.
    Und es gilt auch „Global denken – lglobal handeln“
    Ich wünsche allen Projekten viel Erfolg.

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