Zweiter Landwirtschaftstag: Viel Input, Austausch und Diskussion in Menz



Zweiter Landwirtschaftstag: Viel Input, Austausch und Diskussion in Menz



Am 14. November hatten die Rheinsberger PreussenQuelle und der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land zum Austausch zu ökologischen Themen eingeladen. Beim zweiten Landwirtschaftstag stellten namhafte Repräsentanten und Spezialisten einem interessierten Publikum neue Vermarktungschancen vor und sprachen über Hürden, die ökologisch ausgerichtete Unternehmen und Landwirte bewältigen müssen.

Bevor das breitgefächerte Vortragsprogramm startete, begrüßten Dr. Mario Schrumpf, Leiter des Naturparks, und Frank Stieldorf, Geschäftsführer der Rheinsberger PreussenQuelle, die zahlreichen Gäste. Den Bogen für den Tag spannte Frank Stieldorf, der sein Wasser als Ergebnis einer guten Boden- und Umweltpflege sieht. „Wasserbauer sein“ und „Wasser als Auftrag sehen“, sagte er und motivierte Gäste und Referenten zum An- sowie Umdenken. Der Landwirtschaftstag ist für ihn eine Plattform, um die Botschaft auf dem Etikett des Bio-Mineralwassers „bleibt-natürlich“ umzusetzen und zu leben.

 

Den Reigen der Beiträge eröffnete Meinrad Schmitt vom Berliner Großhandel Terra-Naturkost. In seinem Vortrag gab er einen Blick in den Berliner- und Brandenburger Bio-Markt. Dabei betonte er, dass ein nachhaltiges Wirtschaften mit Bio-Produkten auch bedeuten kann, Anfragen aus dem Markt abzulehnen. Mit Nachdruck erteilte er den Discountern eine Absage, da sich Discount-Preise in einer ökologischen Landwirtschaft langfristig nicht abbilden lassen und notwendige Strukturen zerstören.

 

Hubert Böhmann, Gründer der Gläsernen Molkerei und Geschäftsführer der Luisenhof Milchmanufaktur, berichtete über den aktuellen Stand der Milchwirtschaft und den unterschiedlichen Entwicklungen zwischen ökologischer und konventioneller Milchvermarktung. Mit der gerade in Bau befindlichen Bio-Molkerei des Unternehmens in Velten entstehen völlig neue Verarbeitungsmöglichkeiten in Brandenburg. Die neue Molkerei soll schon im Januar 2019 ihre Produktion aufnehmen.

 

Von ähnlich positiven Entwicklungen konnte Katrin Lehmann von der Marktgesellschaft der Naturland Bauern AG berichten. Auch kritische Fragen zu Kontraktverpflichtungen bei Dürrejahren, wie aktuell in 2018, kamen zur Aussprache.

 

Sehr emotional ging es nach einer austauschreichen Mittagspause mit dem Thema Landgrabbing in Brandenburg weiter. Carlo Horn, Bauer und Biopark-Fachberater, berichtete, wie ihm aktuell von Investmentgesellschaften das Land unter dem Hof weggekauft wird. Sehr deutlich äußerte er  Kritik an einem System, dass Investoren ohne Bezug zu Land und Boden, die Möglichkeit schafft, durch Rechtsmittel, Recht zu erlangen. Sehr bedenklich stimmte die Aussage, dass bereits jeder dritte landwirtschaftlich bewirtschaftete Quadratmeter Brandenburgs in den Händen von Investoren liegt.

 

Abschließend referierte Michl Wimmer, Geschäftsführer der Fördergemeinschaft ökologischer Landwirtschaft Berlin-Brandenburg (FÖL), über das neue Förderprojekt zur Steigerung des Bio-Anteils in der öffentlichen Schulverpflegung. Dabei machte er den Spagat zwischen Preisanforderungen, regionalem Anbau , Verarbeitung und Handel deutlich. Der politische Wille ist gesetzt, die Programme laufen. Nun sollen sie mit Inhalten gefüllt und umgesetzt werden. Eine große Chance für den regionalen Gemüseanbau in Brandenburg.

 

Zum Schluss des zweiten Landwirtschaftstages wurde der zu Beginn geschlagene Bogen nochmals aufgenommen. „Ob wir es gut oder schlecht gemacht haben, lesen wir später am Wasser ab“, sagte Frank Stieldorf und beendete die Veranstaltung mit den Grußworten „bis dahin: bleibt natürlich!“

 

 




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