Verpackungslos



Verpackungslos
23. Juni 2017  ·  von Hilmar Hilger



Der Grundsatz, weniger Müll zu produzieren, ist bei Politik und Verbraucher angekommen. Umweltverschmutzung und Umweltschutz sind tägliche Themen in den Medien. Das, was vor Jahrzehnten ausschließlich ein Öko-Thema war, ist breite Meinung geworden, aber gleichzeitig auch ein globales Problem. Ein Erfolg? Nicht wirklich. Denn trotz strengerer Auflagen, Recycling-Ansätze usw. gibt es bisher keine Lösung für den Umgang mit dem ständig wachsenden Verpackungsmüll des laufenden Komsumwachstums. 

 

Plastik ist keine Lösung

 

Rund 6,4 Millionen Tonnen Plastikmüll landen pro Jahr in den Ozeanen, mehr als 100 Millionen Tonnen schwimmen bereits heute darin. Allein 10.000 Plastiktüten werden pro Minute weltweit verteilt, davon werden nur etwa sechs Prozent recycelt. Je nach Art des Kunststoffes braucht eine Tüte für den vollständigen Zerfall zwischen 100 und 500 Jahren. Nicht zuletzt landen immer mehr PET Flaschen in den Weltmeeren. Denn: In vielen Ländern ist nach wie vor nicht geregelt wie Kunststoffflaschen recycelt werden. Der häufigste Entsorgungsweg – das Meer.

 

Doch auch in Deutschland ist die Plastikflut, angefeuert durch Verpackungen aller Art, viel zu groß. Und da längst nicht jede Verpackung umweltneutral entsorgt wird, bleibt für uns der Aufruf, dass jeder Kauf eine bewusste Entscheidung sein sollte. Das gilt im Besonderen für den Kauf und Gebrauch von Plastikverpackungen.

 

Bewusstes Einkaufen vor Ort und Nein-Sagen

 

In Supermärkten ohne Verpackung einzukaufen, ist nicht problemlos möglich. In wenigen Märkten gibt es bereits Ansätze für eine verpackungslose Abteilung oder zumindest verpackungsfreie Artikel. Der Vorteil ist, dass nur so viel abgefüllt wird, wie wirklich gebraucht wird. Dazu können (Glas-)Gefäße erworben werden, die immer wieder einsetzbar sind oder man kann eigene Verpackungen mitbringen – das ist schon mal ein erster wichtiger Schritt.

Tipp:  einmal reingucken bei  „Unverpackt“ in Berlin

Zum bewussten Einkaufen zählt auch, nur das zu kaufen, was wirklich gebraucht wird. Dabei kann eine Wochenplanung helfen. Aber es ist auch die Kunst „Nein“ zu sagen.  Nein – zu Artikeln, die fast ausschließlich aus Plastikverpackungen mit wenig Inhalt bestehen. Nein – zu Einwegartikeln, insbesondere wenn alternativ Mehrwegprodukte erhältlich sind. Nein – zu Artikeln, die man nicht wirklich braucht. Nein – zu abgepackten Produkten, die auch an der Käse- oder Fleischtheke mit weniger Verpackungsmaterial zu finden sind. Es gehört etwas Mut dazu, die eigene Dose mitzubringen und sich auf eine Diskussion mit dem Verkäufer einzulassen.

 

Erfreulicherweise gibt es mittlerweile Initiativen, wie z. B. die der Bio-Company, die Coffee-To-Go-Becher anbieten, die man erwerben und immer wieder neu befüllen lassen kann. Sogar im konventionellen Einzelhandel werden die bisher selbstverständlichen Plastiktüten nur noch gegen Aufpreis ausgegeben.

Eigene Herstellung ohne Verpackung

 

Nicht jeder hat die Möglichkeit, aber für viele kann es eine Alternative sein: der eigene Garten. Neben Rasen und Blumen kann ein Gemüse-, Obst-, und Kräutergarten anlegt werden. Da weiß man, was auf den Tisch kommt. Denn beim eigenen Anbau hat man es selbst in der Hand, wie man mit Boden und Pflanzen umgeht. Das ist nicht nur gesund, sondern auch verpackungslos!

 

Informieren, Auffordern, Vorbild sein

 

Schon kleine Projekte können unsere Umwelt auf Dauer langfristig schützen, wenn sie von vielen Menschen beachtet werden. Hier einige „Bleibt-Natürlich“ Beispiele:

 

  • Gehen Sie auf die Menschen in Ihrer Umgebung offen zu und sprechen Sie Dinge an, die Sie für wichtig erachten.
  • Starten Sie eine Initiative im Freundes-, Bekannten-, oder Arbeitskreis.
  • Realisieren Sie in Ihrem Garten eigene, kleine Umweltprojekte und reden Sie darüber.
  • Sagen Sie „Nein“ zu jedem Coffee-To-Go-Einwegbecher.
  • Sagen Sie „Nein“ zu jeder Plastiktüte.
  • Seien Sie selbst ein Vordenker, Mitdenker und Querdenker.



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