Ein eigener Kräutergarten



Ein eigener Kräutergarten
17. Mai 2017  ·  von Katja Schimming



Salbei, Lavendel, und frische Minze duften in dieser Jahreszeit bereits im Garten. Ihre Verwendung in der Küche machen Sommergerichte noch intensiver. Einen eigenen Kräutergarten anzulegen ist in der Regel nicht schwer. Aber welches Saatgut sollte man verwenden? Und worauf sollte man sonst noch achten?

 

Biologisches Saatgut – keine Selbstverständlichkeit

Ökologisches Saatgut stammt aus Zuchtmaterial, das unter ökologischen Bedingungen vermehrt wurde. Die EU definiert ökologisches Saatgut nur hinsichtlich des Vermehrungsprozesses. Das heißt für alle Kleingärtner, dass zumindest das Erbgut des Saatguts unter ökologischen Gesichtspunkten hergestellt worden ist. Aber es gibt dabei noch mehr zu beachten.

 

 

Hybridsaatgut oder samenfeste Sorten

Durch den Einsatz von Hybriden wird die natürliche Generationsfolge aufgelöst. Die fruchtbare Weiterentwicklung, die schon seit Jahrtausenden die Zucht von Kulturpflanzen ermöglicht hat, kommt zum Stillstand. Hybride sind nicht mehr vermehrungsfähig, das heißt, nur mit dem Kauf neuen Saatgutes können weitere Ernten ermöglicht werden.

Hybridsaatgut ist in den meisten Fällen so verändert, dass damit höhere Erträge (bis zu 30 %!) erwirtschaftet werden und es resistenter gegen Schädlingsbefall und Krankheiten ist. Daher kommt auch die große Verlockung, sich auf Hybridzüchtungen einzulassen. Aber Achtung: Hybridzüchtungen sind ein massiver Eingriff in die Natur und überantworten die Entscheidung über die Weitervermehrung einigen wenigen Saatgutherstellern mit weltweitem Monopol!

Im eigenen Kräutergarten sollte man daher unbedingt auf sogenannte samenfeste Sorten und deren Auslobung achten. Damit bereichert man nicht nur die eigene Küche, sondern leistet einen direkten Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt.

Das ökologische Saatgut ist für den Verbraucher in drei Farbabstufungen gekennzeichnet. Rotes Saatgut kommt für den Ökolandbau nicht in Frage. Saatgut aus der gelben Kategorie ist ökologisches Saatgut und bio-zertifiziert. In der grünen Kategorie befinden sich Sorten, die unter den Öko-Landbau Richtlinien gezüchtet wurden. Für den heimischen Garten ist die Verwendung von Saatgut aus der grünen Kategorie zu empfehlen.

 

Den Boden nachhaltig schützen

Bei der Auswahl des Saatgutes fängt der Schutz der Umwelt an, denn gentechnisch verändertes Saatgut und Hybridzüchtungen sind Eingriffe in die Natur, die von Mensch gemacht und von der Natur nicht vorgesehen sind.

Für den eigenen kleinen Kräutergarten auf dem Balkon oder auch im Garten sind Pflanzenschutzmittel generell nicht notwendig. Jedes eingesetzte Mittel geht über den Boden auch in den Wasserkreislauf. Ein viel zu hoher Anteil der Boden- und Wasserbelastung ist auf die privaten Haushalte zurückzuführen, die über den meist unbedachten Einsatz von sogenannten Pflanzenschutzmitteln und chemischen Düngemitteln Boden und Wasser vergiften. Es gibt keinen Grund, der den Einsatz chemischer Pflanzenschutz- und Düngemittel rechtfertigt, denn es gibt für alles umweltverträgliche Alternativen.

 

 

So etwas, wie ein Fazit

Für den Hobbygärtner ist es also neben der Wahl des richtigen Saatgutes genauso wichtig, auf biologische Düngemittel zu achten und auf jede Art von Pestiziden zu verzichten. Dadurch wird der Bodenschutz auch zum Schutz der Gewässer.

Nachwachsen lassen anstelle von Neukaufen – ist gelebte Nachhaltigkeit.

 

…und noch was

Die Kräuter aus dem Garten sind nicht nur das Beste für leckere Sommergerichte. In kühlem Wasser sind ein paar gartenheimische Bio-Kräuter wie Lavendel oder Minze der absolute Sommerhit. Aber auch Schnittlauch und Rosmarin passen bestens!

 

 




1 Kommentare




  • Kommentar von Bernd (Brötchen) Köhler

    Meine Oma hat jahrelang in einer Apotheke gearbeitet. Weil sie auch gern mit Kräutern in Kontakt kam, legte sie einen Kräutergarten an. Von dem Wissen aus ihrem Rezeptbuch profitieren wir auch heute noch.

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