RESSOURCE DER RHEINSBERGER PREUSSENQUELLE




„Es gibt viele Bausteine, die den CO2-Verbrauch reduzieren“



„Es gibt viele Bausteine, die den CO2-Verbrauch reduzieren“
14. Februar 2019  ·  von Witold Michalczyk



Ob Industrie oder Dienstleister: Jedes Unternehmen stößt CO2 aus. Mit etwas Nachdenken lässt sich die Menge aber reduzieren und der unvermeidliche Ausstoß kompensieren. Enrico Przibylla, Betriebsleiter der Rheinsberger PreussenQuelle, erklärt, mit welchen Mitteln das Unternehmen eine CO2-freie Produktion verwirklicht hat.

Wie hat es die Rheinsberger PreussenQuelle geschafft, eine CO2-neutrale Produktion zu realisieren?

Przibylla: Wir sind auf verschiedenen Ebenen aktiv: Zum Beispiel beziehen wir unseren Strom von Lichtblick, einem der größten unabhängigen Anbieter von Ökostrom. Das Gas stellt unser Lieferant, Polarstern, aus Resten der Zuckerrübenherstellung her. Polarsterns Biogasanlage steht direkt neben der Zuckerrübenfabrik – hier wurde das Grundkonzept der Biogasgewinnung richtig umgesetzt, denn wir möchten nicht gespritzte Monokulturen wie Mais oder Gülle aus der Massentierhaltung zur Gewinnung unseres Biogases genutzt wissen.

Welche Maßnahmen hat das Unternehmen noch initiiert?

Als wir uns 2014 nach Maschinen für die Produktion umsahen, stand deren geringer Energieverbrauch ganz oben auf der Agenda. So haben wir etwa eine Waschmaschine, die mit deutlich geringeren Temperaturen betrieben werden kann als konventionelle Modelle. Zudem achten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darauf, dass Maschinen nicht unnötig laufen und Strom verbrauchen. Bei der Beleuchtung haben wir von konventionellen Glühbirnen auf stromsparende LEDs umgestellt. Es sind viele kleine Bausteine, an denen wir ständig arbeiten.

Es ist unser Auftrag, unseren Kindern und Enkeln eine gesunde und intakte Umwelt zu hinterlassen.

Damit lässt sich aber nicht der gesamte CO2-Ausstoß des Unternehmens verhindern, oder?

Leider nicht. Den verbleibenden CO2-Ausstoß kompensieren wir, indem wir mit dem Biolandhof Engemann kooperieren, der nördlich von Erfurt Humusaufbau betreibt.

Wie wird die CO2-Menge berechnet, die man kompensieren muss?

Wir arbeiten mit Soil & More zusammen und haben ein Tool, mit dem wir den Ausstoß an CO2 ermitteln können. Dazu müssen wir zum Beispiel monatlich die Laufleistung unserer Vertriebsfahrzeuge oder den Verbrauch von Verpackungsmaterial und Chemikalien bewerten. Daraus ergibt sich eine Summe. Auf der anderen Seite berechnet Soil & More, wie viel CO2 durch den Humusaufbau gebunden wird. Der Ansatz ist ganzheitlich, das heißt: Soil & More berücksichtigt die Biodiversität und andere ökologische Faktoren. Daraus ergibt sich die Ackerfläche, die wir pro Jahr unterstützen müssen, um durch extensiven ökologischen Landbau, zum Beispiel mit Zwischenfrüchten in der Fruchtfolge, unseren CO2-Ausstoß zu kompensieren.

Warum betreiben Sie diesen Aufwand?

Es ist unser Auftrag, unseren Kindern und Enkeln eine gesunde und intakte Umwelt zu hinterlassen. Daher wollen wir unser Bio-Mineralwasser vom Standpunkt der Umweltbelastung gesehen so unauffällig wie möglich produzieren. Zudem ist die Grundvoraussetzung für gutes Wasser immer ein guter, intakter Boden. Mit der Kompensation schaffen wir es zusätzlich, den ökologischen Landbau zu fördern und eine sehr gute Ausgangslage zur Trinkwasserneubildung zu legen – und damit auch einen Impuls für andere zu setzen, auf ihrem Gebiet ähnlich zu denken und zu handeln.

Witold Michalczyk

Nachhaltigkeit, Technik und Handwerkskunst – über diese Themen recherchiert und schreibt Witold A. Michalczyk begeistert. In der Freizeit lässt er sich von seinem Garten, auf Touren durch einsame Höhlen und der Geschichte des Stummfilms zu neuen Ideen inspirieren. Witold A. Michalczyk lebt am Rand der Schwäbischen Alb.
Witold Michalczyk



3 Kommentare




  • Kommentar von Saldaña Chávez, Ulrike

    Hallo!
    Ich bewege mich gerne und auch zwingend auf dem Pfad der Nachhaltigkeit !
    Jedoch kann ich mir nicht vorstellen wie der Plastikbehälter, der bestimmt Plastikmüll hinterlässt, zum umweltbewussten Verhalten passt!
    Super praktisch finde ich die Idee wirklich! Aber ich kann ihr leckeres Wasser leider nicht ohne diesen schalen Nachgeschmack trinken!
    Schon länger bin ich auf Glasflaschen umgestiegen!
    Dies könnte ich vielleicht, wenn es nachfüllbar wäre!
    Wie können Sie dies rechtfertigen?
    Trotz dieser offenen Frage möchte ich mich doch im Namen unserer Umwelt für ihre Bemühungen um Umweltschutz und- nachhaltigkeit bedanken und freue mich auf eine Antwort von Ihnen!
    Mit freundlichen Grüßen Ulrike Saldaña Chávez

    • Antwort von Frank Stieldorf

      Hallo Frau Saldana Chávez,

      besten Dank für den Kommentar und Ihre Nachfrage. Da sind wir an dem Punkt, dass man gerne an 100%-Korrektheit gemessen wird und diese (leider) nur annähernd erreichen kann. Da sind beispielsweise die von uns verwendeten Mehrwegkisten. Diese sind in der Tat aus Hartplastik und ein passendes Beispiel zur Erläuterung. Schön wäre sicherlich eine Holzkiste, aber (!), Holz ist als Material in einem Lebensmittelunternehmen aus hygienischer Sicht nicht erlaubt. Welche Alternative gibt es? Kein Mehrweg sondern Einweg (bestenfalls in Schrumpffolie verpackt)? Oder doch Leitungswasser (was aber ein hoch wiederaufbereitetes Produkt und kein ursprüngliches Wasser mehr ist)? Oder doch eine Mehrwegkiste aus Plakstik, die quasi „unkaputtbar“ ist und hunderte Male wieder eingesetzt werden kann und sollte es dann doch zu einem Austausch kommen, zumindest als Granulat wiederverwendet werden kann? Eine 100%-Lösung hätten auch wir gerne und doch bleiben wir auf einem Weg, den man zumindest bereits recht weit gegangen ist.

      Eine weitere Thematik, mit einem auch für uns noch nicht zufriedenstellenden Nachhaltigkeitsergebnis, ist unsere 5 Liter Bag-in-Bog-Packung, die einen Plastikbeutel in sich trägt. Auch hier sind wir auf der Suche nach einer Alternative, die wir bisher jedoch noch nicht gefunden haben. Es wäre durchaus denkbar, diesen Artikel, bei Ausbleiben einer Lösung, aus dem Sortiment zu nehmen.

      Ich hoffe, dass wir Ihre Frage zumindest in Ansätzen beantworten konnten, den „Beigeschmack“ zumindest nicht größer geworden ist.

      Mit besten Grüßen aus Rheinsberg
      Frank Stieldorf

  • Kommentar von Frank Stieldorf

    Hallo,

    ich melde mich zu dem Kommentar ein weiteres Mal.

    Ganz im Sinne unserer Firmenphilosophie werden wir uns komplett auf ein Plastik-freies Sortiment konzentrieren. Damit ist entschieden, die 5-Liter Bag-in-Box-Packung aus dem Sortiment zu nehmen. Eine letzte Füllung wird im Mai 2019 stattfinden.

    In diesem Sinne

    bleibt-natürlich

    Euer
    Frank Stieldorf

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