Das Bio von morgen



Das Bio von morgen
25. Januar 2017  ·  von Uwe Hellbusch



Seit den 1980er-Jahren ist Meinrad Schmitt als Vordenker und Vorreiter im Handel von nachhaltig erzeugten Lebensmitteln in Berlin aktiv.
Als Geschäftsführer des Bio-Großhandels Terra Naturkost ist er ungebremst mit Begeisterung im Einsatz für die Entwicklung des Bio-Gedankens.

 

Vordenker und Gestalter

Auf der Homepage der Terra kann man die Erzeugerbetriebe der hauseigenen Produkte transparent einsehen – eine langjährige Aufbauarbeit, die den Kunden heute zu gute kommt.

Von Anfang an konzentrierte sich der diplomierte Betriebswirt auf den Fachhandel, der „biologisch erzeugte Lebensmittel ganzheitlicher versteht als es der konventionelle Lebensmitteleinzelhandel leisten kann und will“, erklärt Schmitt.

 

Bio jenseits des Produkts

Unter dem Begriff Bio versteht er eine Denkweise, die weit über das Produkt hinaus reicht und den Weg für unsere Zukunft weist – was für ihn ganz natürlich ist. Die Forcierung auf regionale Erzeugung der Produkte nimmt für Meinrad Schmitt eine besonders wichtige Rolle ein. Schon in den frühen 1990er-Jahren hat er für Terra den Slogan „Regional ist 1. Wahl“ lanciert. „Damals dachte noch niemand im Bio-Bereich über solche Dinge nach“, sagt Schmitt. Dabei läge das Thema auf der Hand. Denn schließlich seien hier kurze Lieferwege garantiert, die Wertschöpfung erfolge in der Region und Arbeitsplätze in der Landwirtschaft könnten so gesichert werden.

Ein Gesamtkonzept, das in sich schlüssig ist und dem Verbraucher eine hohe Identifikation mit dem Bio-Gedanken erlaubt. „Die Käufer wollen wissen, wo etwas herkommt“, sagt Schmitt. Diese Erkenntnis – die heute so angesagt ist – hat Schmitt bereits vor Jahrzehnten erkannt. Rund 800 Kunden beliefert Terra zurzeit. Allen gemeinsam ist, dass sie „Bio“ nicht nur nebenbei verkaufen, sondern biologisch produzierte Lebensmittel in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen.

 

Klar: regional und bio

Auch in der Gastronomie wird das Thema „Bio“ und die daraus basierende Produktqualität immer stärker. Rund 15 Prozent der Kunden kommen aus dem Gastro-Bereich – mit steigender Tendenz. Das Wasser der Rheinsberger PreussenQuelle ist eines von vielen Beispielen für dieses gelebte Regionalkonzept: Vom Brunnen bis zum Lager von Terra in Berlin sind es nur etwa 90 Kilometer.

„Dank der sehr guten Voraussetzungen im Naturpark Stechlin-Ruppiner-Land bieten wir unseren Kunden, neben einer breiten Auswahl an nationalen Mineralwassern, ein ganz hervorragendes, einzigartiges und regionales Bio-Mineralwasser“
Meinrad Schmitt, Geschäftsführer Terra Naturkost

Dieses ganzheitliche Denken werde laut Schmitt als Unterscheidungsmerkmal zu Bioprodukten aus dem konventionellen Lebensmitteleinzelhandel immer wichtiger. Daher unterstützt Terra beispielsweise auch die BioBoden Genossenschaft, die sich um den Erhalt und die Erweiterung der Bio-Anbaufläche in Deutschland kümmert oder die Initiative Ei Care, die einen regionalen und ganzheitlichen Ansatz in der Hühnerhaltung verfolgt. Auch bei der Erhaltung von Saatgut ist Terra engagiert– alles Themen, wo Terra und der Naturkostfachhandel Vorreiter im Denken und Tun und damit Schmiede für neue Initiativen sind. Viele der umgesetzten Themen waren vor Jahren fremd oder unbequem. Doch mit dem Finger in der Wunde wurden neue Lösungen entwickelt, die heute den Bedürfnissen der Verbraucher gerecht werden und in Verantwortung zu unserer Welt stehen. „Wir Groß- und Fachhändler müssen uns darum kümmern, die Bio-Diversität nachhaltig zu bewahren. Denn nur dann bleibt uns die natürliche Vielfalt der Produkte erhalten“ – ein großes Ziel, das Vordenker und Vorreiter bedarf.




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