Mehr Summen und Piepen im Schulgarten der Käthe-Kollwitz-Grundschule



Mehr Summen und Piepen im Schulgarten der Käthe-Kollwitz-Grundschule



Das Schaffen von Lebensräumen für zum Teil selten gewordene, einheimische Tier- und Pflanzenarten, insbesondere für die stark im Rückgang befindlichen Wildbienen und Schmetterlinge und praktisches Heranführen der Schüler*innen an ökologisch verantwortliches Verhalten im Umgang mit ihrer Umwelt – das ist das Ziel des Schulgarten der Käthe-Kollwitz-Grundschule in Mühlenbeck. Hier erlernen die Schüler*innen den richtigen Umgang mit der Natur und ihren Nutzen für den Menschen. Den Kindern soll bewusst werden, wie wichtig das richtige und achtsame Verhalten gegenüber der Tier- und Pflanzenwelt für ihr eigenes Leben ist. Sie sollen erkennen, dass jedes Lebewesen seinen berechtigten Platz auf der Erde hat und es verdient geschützt zu werden. Natürlich dürfen dabei die Freude und der Spaß am Lernen nicht vergessen werden. Um die Schüler*innen weiterhin für die Lebenswelt der Tiere und Pflanzen zu sensibilisieren und für die Arbeit mit ihnen zu motivieren, möchten die engagierten Lehrer*innen gerne mehr anbieten.

Motiviert und engagiert – die Schüler*innen der Käthe-Kollwitz-Grundschule

Große wetterfeste Tier- und Pflanzentafeln über einheimische Arten sollen auf dem Schulgartengelände aufgestellt werden. Sie sollen als Informationsquelle dienen. Denn die Kinder sind besonders gern mit Becherlupen im Schulgarten unterwegs und beobachten mit sehr viel Interesse die kleinen Lebewesen. Hier haben sie dann immer die Möglichkeit – ohne Bücher und Hefte „befragen“ zu müssen – eigenständig oder mit Hilfe der Lehrkraft, die gesuchten Informationen den Tafeln zu entnehmen.

Des Weiteren sind große wetterfeste Tafeln geplant, die über ökologische Zusammenhänge und Lebensgemeinschaften informieren. Anhand dieser Tafeln sollen die Schüler*innen auch auf den Kreislauf der Natur aufmerksam gemacht werden und Wissen darüber erlangen, welche Bedingungen für jedes Tier notwendig sind, damit es sich in unserem Schulgarten heimisch fühlt. Als Schülermagnet, aber auch zur späteren Nutzung des Materials zum Bauen und Basteln, sollen ferner ein Weidentunnel mit Tipi oder ein Iglu entstehen.

Soweit die Pläne. Es ist aber bereits einiges im Schulgarten entstanden: Im Schuljahr 2018/2019 haben Schülern*innen und auch Eltern ein Wildbienenhotel gebaut. Diesem sollen im Frühjahr 2020 weitere Tierquartiere folgen, die die Lehrkräfte zusammen mit den Kindern planen (Lebenswelt und Bedürfnisse des jeweiligen Tieres kennen) und bauen wollen. Hierzu gehören: Ohrwurmquartiere, ein Florfliegenkasten, ein Marienkäferquartier, Hummelkästen, ein Hornissenkasten, ein Fledermausquartier und Mauersegler-Kästen. Für unterschiedliche Vogelarten werden Nistkästen, Futterstellen und ein Bad bzw. eine Tränke geplant.

Eine Wildblumen-Wiese wurde bereits angelegt.

Um eine möglichst große Vielfalt an Tieren und Pflanzen in den Schulgarten zu locken, wollen die Lehrkräfte auch gern neue Lebensräume zusammen mit den Kindern anlegen. Auch hier gibt es viele Ideen: ein Trockenwiesen-Bereich zur Ansiedlung spezieller seltener Kräuter und Stauden. Ein Sand-Beet mit spärlicher Bepflanzung, zur Ansiedlung bodennistender Insekten, vor allem von Wildbienen. Die Vergrößerung der bereits vorhandenen Wildblumen-Wiese. Das Aufstellen einer Trockenmauer mit Lehmelementen für Reptilien und grabenden Wildbienen. Das Errichten von Totholzelementen (Lebensraum für viele Käferarten). Der Bau einer Benjeshecke, die es ermöglicht -neben den Totholzelementen- restlichen Gehölzschnitt (Äste und Zweige z.B. der vorhandenen Obstbäume, oder der Himbeer- und Brombeersträucher) zu lagern und ebenfalls als Lebensraum für Kleinstlebewesen dienen kann. Sowie das Aufstellen eines Reisig-/Laubhaufens als Winterquartier für viele Tiere, insbesondere Igel.

Um einen nährstoffreichen Boden zu erhalten, sollen neue Komposthaufen mit den Schüler*innen angelegt werden. Sie dienen u.a. zur ökologischen Düngung und Kultivierung von Brennnesseln, der wichtigsten Futterpflanze von bekannten, einheimischen Schmetterlingen. Weiterhin bietet auch der Komposthaufen einer Vielzahl von Kleinstlebewesen einen wichtigen Lebensraum. Im Vorfeld züchten die Macher*innen Regenwürmer, da diese als wichtiger Produzent von Dauerhumus gelten und somit für eine stabile Bodenstruktur sorgen und u.a. auch die Wasserspeicherung des Bodens verbessern.

Die Schüler*innen lernen beim Bepflanzen und Bewirtschaften ihrer Klassenbeete, welche Bodenbedingungen das jeweilige Obst, Gemüse oder die Kräuter in der Kräuterspirale benötigen. Sie sollen erkennen, dass es sinnvoll ist, die Beete so zu bepflanzen, dass möglichst wenig von der Bodenoberfläche ungenutzt bleibt bzw. brach liegt und somit vor dem Austrocknen durch Wind und/oder Sonne geschützt ist.

Der Kräuter-Schulgarten.

Ebenso sollen sie erkennen, dass die meisten Pflanzen bestimmte Nährstoffe enthalten, die sie auch für die Kompostierung sehr wertvoll machen und aus diesem Grund auf den Kompost gehören. Der täglich anfallende Kaffeegrund (der Lehrkräfte) findet sich selbstverständlich auch auf dem Kompost wieder. Das ökologische Düngen steht an erster Stelle und soll den Schülern zeigen, das chemische Düngemittel nicht notwendig sind und für den Boden, Tiere, Pflanzen, Grundwasser und nicht zuletzt auch für den Menschen gesundheitsschädlich sind.

Der Schulgarten verfügt auch über einen Pavillon. Am Dach des Pavillons soll eine Regenrinne angebracht und durch das Aufstellen einer Regentonne Regenwasser aufgefangen werden, um hier den Schüler*innen den achtsamen Umgang mit dem Wasser näher zu bringen und kein Leitungswasser als Gießwasser zu nutzen Daher wurde auch bereits im Vorfeld viel Wert auf die Anpflanzung heimischer Gehölze und Stauden gelegt, die an die klimatischen Bedingungen angepasst sind und keine ständige Bewässerung benötigen. Somit kann der Wasserverbrauch im Schulgarten gering gehalten werden.

Der Schulgarten der Käthe-Kollwitz-Grundschule in Mühlenbeck ist für die verschiedensten Bereiche im Schulleben ein sehr wichtiger Lernort und lässt die Schüler*innen aktiv und mit viel Freude am Unterrichtsgeschehen teilhaben. Sie können über ein ganzes Jahr den Lauf der Natur beobachten und auf ihrem Klassenbeet das Aussuchen der Sorten, Pflegen der Pflanzen, die Ernte und am Ende das Zubereiten und Essen der Früchte mit allen Sinnen erfahren und erfassen. Fast nebenbei erlernen sie dabei einen bewussten Umgang mit ihrer Lebensumwelt und warum das Schützen unserer Ressourcen und der noch vorhandenen Tier- und Pflanzenwelt unbedingt notwendig ist.




5 Kommentare




  • Kommentar von Nicole Gerhardt Axt

    Ich finde den Schulgarten wichtig und schön.

  • Kommentar von Sump Melanie

    Der Schulgarten wird oft und viel genutzt und ist enorm wichtig für die Entwicklung und das Verständnis unserer Kinder.

  • Kommentar von Nicole Gerhardt Axt

    Ich unterstütze das Projekt aus vollem Herzen

  • Kommentar von Nicole Gerhardt Axt

    Schulgarten ist eine tolle Sache, daher meine volle Unterstützung

  • Kommentar von Rainer Körber

    Trotz Corona wird ein Wildbienenhaus aufgestellt. Die Insekten sollen nicht die leidtragenden sein.

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