KungerKiezGarten „Paradiesapfel“



KungerKiezGarten „Paradiesapfel“
06. Januar 2020  ·  von Hilmar Hilger



Klimaschutz spielt sich nicht nur auf globaler Ebene ab, sondern beginnt im Kleinen! In Familien, Haushalten und in Nachbarschaften. In Kiezen und Stadtteilen lassen sich aktiv und effektiv Maßnahmen zum Schutz unseres Klimas entwickeln und umsetzen.
Mit diesem Ansatz ging im Sommer 2017 der Nachbarschaftsgarten KungerKiezGarten „Paradiesapfel“ mit vielen Anwohner*innen, Interessierten und Freunden als eins von vier Teilprojekten von „Gutes Klima. Unser KungerKiez“ (gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit) an den Start. Eine Fördervorrausetzung war die Langfristigkeit über den Projektzeitraum hinaus. Diese Langfristigkeit wird durch die vielen Teilnehmer*innen, durch zahlreiche Freiwillige und durch die vielen Aktionen, die auf dem Gelände des Nachbarschaftsgartens stattfinden und über die längerfristige Akquise von Spendengeldern gewährleistet.

Willkommen im KungerKiezGarten „Paradiesapfel“

Der Nachbarschaftsgarten hat sich mitten in einem durch zunehmende Bebauung und somit städtischer Verdichtung gekennzeichneten Bezirk, als offenen und grünen Ort, in dem man die Seele baumeln kann, etabliert. Nachbar*innen, die ansonsten keine Berührungspunkte haben, treffen sich zum gemeinsamen Kochen, zu Pflanz-Aktionen oder einfach zum Beisammensein. Einem Dorfleben gleichend, werden Nachbar*innen eingeladen teilzunehmen und sich einzubringen, sich um den Stadtteil, in dem sie leben, zu kümmern und die Bedürfnisse der anderen wahrzunehmen.

Dass auf einer teilweise versiegelten Fläche Raum für Beete entstehen konnte, ist der Arbeit vieler Freiwilliger, vieler Spenden und der sozialen Träger vor Ort zu verdanken. Für den Bau der Beete wurden fast ausschließlich Materialien verwendet, die keinen weiteren Nutzen mehr hatten; z.B. Holz und Paletten von den umliegenden Baustellen oder die Planen eines ausrangierten Zirkuszeltes. Der Transport, der für den Garten benötigten Gegenstände, erfolgte in der Regel mit drei Lastenrädern, die über das Förderprojekt angeschafft wurden. Diese Lastenräder stehen auch nach Ende der Förderung jedem im Kiez zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung. Hierbei ist die KungerKiezInitiative e.V. (als Träger des Projektes) auf Spenden angewiesen, um die Wartung, kleinere Reparaturen und die Versicherung zu finanzieren.

Jeder im Kiez kann die Lastenräder ausleihen.

Seitdem der Nachbarschaftsgarten existiert, wurde Umweltbildung auf verschiedenen Ebenen vermittelt. Beispielsweise wurden gemeinsam Lebensmittel gerettet, zu einer gehaltvollen Suppe verarbeitet und kostenlos in der Nachbarschaft angeboten. Es gab Workshops zur Haltbarmachung von Obst oder Gemüse, zum Färben mit natürlichen Mitteln (bspw. Pflanzenresten), zum Basteln von Samenbomben, Papierschöpfen und sogar Flohmärkte oder Kleidertausch-Veranstaltungen. Dabei geht es im Kern immer darum Wertschöpfungsketten aufzuzeigen, um den sorgsamen Umgang mit Ressourcen, um Wiedererlangung von Wissen und um nachhaltige Lebensweisen. Im Nachbarschaftsgarten ist durch einen regelmäßigen offenen Workshop ein Wildbienenhaus entstanden, zahlreiche kleine Insektenbehausungen sind auf Balkonen und Höfen im Kiez zu finden.

Angesiedelte Gewerbetreibende sind Kooperationspartner und ermöglichen auf vielen Ebenen die Fortführung der Projekte. Zum Saisonbeginn des Gemeinschaftsgartens wird traditionell ein Pflanzentauschmarkt durchgeführt. Auch hier ergänzt sich privates Handeln mit dem Gewerbetreibender vor Ort, welche das Angebot mit ihren Produkten ergänzen.

Die Hochbeete bieten viele Vorteile und sind beliebt.

Insbesondere durch die beiden letzten extrem trockenen Sommer zeigt sich, dass Wassermanagement ein ganz wichtiges Kriterium für den Erhalt und die Nachhaltigkeit solcher Projekte wird. Hier wurde gemeinsam mit den Nachbar*innen begonnen, Wissen zum Reduzieren von Wasser zu vermitteln. Durch das Mulchen der Oberflächen, welche nicht von Nutzpflanzen bedeckt sind, wird der Verdunstung entgegengewirkt. Darüber hinaus wurden 2.000-Liter-Wassertanks aufgestellt, die das Regenwasser eines angrenzenden Gebäudes auffangen.

Die aufgestellten Hochbeete haben den Vorteil, dass sie sich im Frühjahr schneller erwärmen und sich die Wärme länger auf ihnen hält. Durch die Verlängerung der Vegetationsphasen können ebenfalls höhere Erträge erreicht werden. Dies führt – vor allem bei Kindern – zu Begeisterung, da sich der Lernerfolg schneller einstellt.
All diese Maßnahmen und Vorteile sorgen – zusammen mit einer stabilen Pflanzgemeinschaft – zu einer hohen Akzeptanz in der Nachbarschaft. Die Warteliste für die Nutzung der Beete ist lang, aber durch die vielen Aktionen und Workshops, sehen die Wartenden dem Ganzen aufgeschlossen gegenüber, da eine Teilnahme am Garten über das eigene Beet hinausgeht.

Alle Materialien werden nachhaltig genutzt.

Wenn der KungerKiezGarten den Nachhall 2020 gewinnt, soll das Preisgeld in den Ausbau des Wassermanagements fließen. Ziel ist es, anhand einer kleinen Aquaponik-Lösung aufzuzeigen, wie Ressourcenkreisläufe ineinander greifen und diese kleingehalten werden können. Die Erzeugnisse (Fische und Pflanzen) sollen der Gemeinschaft zu Gute kommen. Im Rahmen von Workshops soll das Wissen über den Kreis der Gemeinschaftsgarten-Teilnehmer*innen hinaus, vermittelt werden, so dass ein Nachbau, auch im Kleinen, lokal, ermöglicht wird.




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1 Kommentare




  • Kommentar von Diana

    Ein wunderbares Projekt, das jede Stimme wirklich verdient!

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