Jedem Dorf sein Eschenhof! Ein Mit- und Nachmachprojekt.



Jedem Dorf sein Eschenhof! Ein Mit- und Nachmachprojekt.
02. Januar 2020  ·  von Hilmar Hilger



Biologisch, frisch, regional, saisonal, klimagerecht, leidenschaftlich, nachhaltig, persönlich, einzigartig, engagiert, freudig, lebendig, lecker, gemeinsam, kunstvoll, artenreich, natürlich multikulti und generationenübergreifend: All das ist der bunte Haufen begeisterter Menschen, die auf dem Eschenhof-Gemeinsam Gärtnern e.V. geruhsam miteinander lernen und gemeinsam gärtnern.

2014 beginnt eine lose Interessengemeinschaft den brachliegenden Demeter-Hof in Königsfeld (Ortsteil Groß Rünz) in Mecklenburg-Vorpommern mit Engagement und Eigeninitiative wiederaufzubauen. Dabei ist viel Kreativität gefragt, da mit sparsamsten Mitteln gearbeitet werden muss. Noch im gleichen Jahr repariert die Gemeinschaft den Brunnen und die marode Bewässerungsanlage, die für den Anbau von Gemüse unerlässlich sind, flickt die Pflanztunnel und befreit den brachliegenden Acker und die verwilderte Obstplantage von „Ackerbegleitkraut“.

Gemeinsam und mit viel Freude wird die Arbeit bewältigt.

Auf dem Feld und am Kochtopf lernen die Pionier*innen spielerisch mit- und voneinander und unter Anleitung einer gelernten Biogärtnerin. Von Anfang an sind Pflanzenzucht und die Erprobung ökologischer, klimagerechter, sozialer und nachhaltiger Landbewirtschaftung wichtig sowie regionale und saisonale Ernährung. Diese selbst gesetzten Maximen werden ein Jahr später auch in der Satzung stehen, als der gemeinnützige Verein „Eschenhof – Gemeinsam Gärtnern e.V.“ gegründet wird. Der Vorstand besteht ausschließlich aus engagierten und kompetenten Frauen, die sich bestens ergänzen. Werbung und Hören-Weitersagen lassen den Verein schnell anwachsen: heute sind 50 Menschen plus Familienangehörige und Freund*innen dabei. Seither finden neben den wöchentlichen Gartentreffen regelmäßige Wochenendarbeitseinsätze, Work-Camps und Einkoch-Aktionen statt. Außerdem wurde eine Kooperation mit einem Waldkindergarten geschlossen.

Damit alle wissen, was auf dem Feld ansteht, informiert ein zentraler E-Mail-Verteiler die Mitglieder über anstehende Aufgaben; diese tragen sich dann in einen Doodle ein. Wird festgestellt, dass in den Abläufen Verbesserungsbedarf besteht, entstehen kreative Lösungen wie die Gemüsepatenschaften oder die Gemüsepuzzles. So lernt ein jede*r, Verantwortung für Details und das Gesamtprojekt zu übernehmen, seine Aufmerksamkeit gegenüber dem Wert der Nahrung und der Ernährung zu schärfen und Fairness im täglichen Miteinander.

Das „Miteinander“ spielt eine zentrale Rolle auf dem Eschenhof.

Das aktive Miteinander, das offene und herzliche Einbeziehen jeder/s Einzelnen in die Gemeinschaft gemäß seinen Fähigkeiten und Leidenschaften schafft eine kontinuierliche, dynamische Atmosphäre der Geborgenheit und des Aufgehobenseins, der gegenseitigen Achtung und des Respekts. So unterschiedlich die Menschen sind, die zu der Gemeinschaft stoßen (Artenvielfalt auf dem Feld und an der Hacke!), schaffen die selbst gesetzten Ziele, das Interesse am Erhalt der Natur und einer gesunden Lebensweise eine starke Verbundenheit zwischen den Menschen: Jung und Alt, Ost und West – liegt der Eschenhof doch direkt neben dem ehemaligen Grenzstreifen. – Arm und Reich, Stadt und Land, Nachbarn und Fremde aus unterschiedlichen Kulturkreisen.
Das sinnvolle und sinnliche Tun, die gemeinsamen Erfahrungen auf dem Feld und am Kochtopf bereiten allen viel Freude und erfüllen das Leben vieler Einzelner mit Sinn und Wärme. Gerade weil es hier nicht um wirtschaftliche Zielsetzungen und ein konsumorientiertes Denken geht, sondern ganz im Gegenteil neue Wege beschritten und erprobt werden: Prinzipien des Teilens und gemeinsamen Nutzens führen zu Übernahme von Verantwortung, Fairness und Solidarität. Gemeinsames Erleben, Erarbeiten und Erproben sind dabei von essenzieller Bedeutung.

Gemeinsam erleben können hier auch die Kleinsten.

Der Verein wünscht sich sehnlichst, dass das „Eschenhof-Samenkorn“ aufgeht. Sie sind überzeugt, dass unsere Zukunft mit zehn Milliarden Menschen nur mit einer ressourcen- und naturschonenden Landwirtschaft möglich ist, die Kreisläufe sichert und für alle verfügbares, sauberes Wasser gewährleistet. Deswegen möchte der Eschenhof ein Modellprojekt sein, das andere zum Nachdenken, Mitmachen und Nachmachen anregt. Ein Erfolgsmodell mit Strahlkraft, von dem auch andere profitieren: so hat man 2019 damit begonnen, einen Permakulturgarten anzulegen – im Rahmen eines Internationalen Workcamps, zu dem zahlreiche junge Menschen aus aller Welt auf den Eschenhof gekommen sind. Nun hoffen die Mitglieder, dass die Saat aufgegangen ist und jede*r einzelne eine Idee in ihr/sein Land mit nach Hause genommen hat.

Großes Interesse herrschte während des Int. Workcamps.

Wenn der Eschenhof-Gemeinsam Gärtnern e.V. den Nachhall 2020 gewinnt, soll das Preisgeld für den weiteren Auf- und Ausbau des Permakulturgartens eingesetzt werden. Möglichst in Kombination mit einem zweiten Internationalen Workcamp.




17 Kommentare




  • Kommentar von Nachbar Hans-Heinrich

    Dieses Projekt ist total super! Das gemeinschaftlich angebaute Gemüse der Oberkracher! Und die Leute sind spitze! Unbedingt: Jedem Dorf sein Eschenhof!

  • Kommentar von Doris aus Lübeck

    Toll, was die Leute vom Eschenhof alles auf die Beine stellen: vom Kunst Workshop, Kräuterseminar bis hin zu Brot-Back-Tagen! Danke an so viele engagierte Menschen!

  • Kommentar von Ferienbesuch aus dem Saarland

    Wer mal nach Mecklenburg reist, sollte unbedingt einen Ausflug auf den Eschenhof machen und einen Garten-Tag mit den Gärtnern zusammen auf dem Hof verbringen! Ein erfüllter Tag, mit netten Menschen auf dem Acker Salat pflanzen, neue Reihen ziehen, jäten und ernten. Und zum Abschluß ein üppiges gemeinsamen Essen mit frischem Gemüse unter freiem Himmel! Ein wunderbarer Tag!

  • Kommentar von Rosi Kohl

    Jetzt weiß ich endlich aus praktischer Erfahrung, wie man Jauche ansetzt und wie man sie verwendet! Im kommenden Jahr werde ich mein neues Wissen im eigenen Garten anwenden! Und ihr habt die leckersten Tomaten!

  • Kommentar von Keil Andrea

    Und wer neugierig geworden ist, ist herzlich gerne eingeladen, bei uns vorbeizuschauen und mitzutun! Das gemeinsame Ackern trainiert übrigens nicht nur den Bizeps, sondern ganz allgemein das Bewusstsein für Vieles.

  • Kommentar von Milli

    Der Eschenhof hat den Nachhaltigkeitspreis verdient! Engagiert, Offen, Demokratisch, Ökologisch – ein Hotspot den jede Region braucht!

  • Kommentar von Korianda

    Ich kann auch nur bestätigen: dies ist ein wirklich nachahmenswertes Gemeinschaftsprojekt und das Gemüse sooooo lecker!

  • Kommentar von Marita Bergmann

    Ich freue mich und bin begeistert darüber, dass ich dazu gehöre. Neben Gemeinschaft und gärtnern gibt es viele interessante und tolle Veranstaltungen auf dem Eschenhof. Es lohnt sich mitzumacchen.

  • Kommentar von Barbara

    Wir sind ja soooo HAPPY über die Nominierung:

    Besucht uns doch einfach mal auf Facebook oder auf unserer Internetseite:

    http://www.eschenhof-verein.de
    https://www.facebook.com/EschenhofVerein/

    Wir freuen uns auf Euch – vielleicht bald mal auf dem Acker …

  • Kommentar von Ulrike Kurzweg

    Tag für Tag genieße ich, was auf dem Eschenhof geerntet wird. Ich freue mich so, dass es diesen Hof im Nachbardorf gibt. Und so wächst die Idee vom Eschenhof auf in mir, in Kopf und Herz und Bauch. Ich finde dieses Projekt wirklich inspirierend.
    Ulrike

  • Kommentar von Ingo Beutler

    Ich freue mich mit euch,für die Nominierung,!
    Ihr habt es euch hart erarbeitet und viele mit eurem Leben inspiriert.
    Jedem Dorf-sein – Eschenhof…das wäre schon schön.
    Macht weiter so und möge eure Saat immer aufgehen!
    Ingo

  • Kommentar von Blubberfisch

    Cool! Ihr seid nominiert, das ist toll! Drücke euch die Daumen!!!

  • Kommentar von Martha

    Ich freue mich und drücke euch auch ganz feste die Daumen! Ihr leistet einen großen Beitrag zur „Besinnung“ in einer sich immer schneller drehenden Welt! Macht weiter! Grüße von Martha

  • Kommentar von Martha

    ,, Emil, gib mir bitte einmal die Harke! “
    Emil :,, Mama, das ist ein Rechen- DAS hier ist eine Harke…“
    Mein damals nun 7-jähriger durfte auf dem Eschenhof mit seiner Kindergartengruppe ein eigenes Beet anlegen. Er hat dabei so viel gelernt, kennt Gemüsesorten, von denen wohl manch Erwachsener noch nie gehört hat. Die Kinder sehen, dass ihre Fürsorge und Arbeit im wahrsten Sinne Früchte trägt, lernen den Wert von Lebensmitteln kennen und noch so viel mehr fürs Leben. Und sie haben einfach eine super Zeit dort.
    Ich als Mutter bin unglaublich dankbar, dass der Eschenhof und die Menschen, die dort alles aufbauen meinen Kindern so wertvolle Kindheitsmomente und – erinnerungen beschert. Beim Abholen fühlt man sich so wohl, dass man auch gerne mal einen Moment länger bleibt. Auch die angebotenen Lehrgänge werde ich ab jetzt noch mehr nutzen.

  • Kommentar von Petra Elke Schäfer

    Ich würde es gern einmal kennenlernen

  • Kommentar von Frida

    Ob knallrote Tomaten, zuckersüße Möhren, frische Kartoffeln oder grünen Salat: auf dem Eschenhof findet man alles, um ohne schlechtes Gewissen eine unvergessliche Gemüsepfanne genießen zu können! Schmausen kann man hier ohne Ende:)

  • Kommentar von Margret Holz

    Habe schon viel von euch in der Zeitung gelesen – ihr seid sehr engagiert! Mehr davon! Drücke euch die Daumen.

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