Fahrradfahren durch Stadt, Land und am Wasser vorbei



Fahrradfahren durch Stadt, Land und am Wasser vorbei
von Katja Schimming



81,4% der deutschen Haushalte besitzen mindestens ein Fahrrad. Das heißt nicht nur, dass viele Menschen regelmäßig mit dem Rad unterwegs sind, sondern, dass sie sich bewusst entscheiden, mobil und mit eigener Kraft unterwegs zu sein.

 

Die Beweggründe sind unterschiedlich. Für die einen steht die Flexibilität im Vordergrund. Zeit sparen, an Staus vorbei, nicht auf die Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen zu sein und immer einen Parkplatz findend. Für andere sind es eingesparte Kosten. Für alle ist es ein Gratis-Fitnessprogramm. Neben den Hardfacts gibt es weitere weiche Faktoren, die dazu führen, dass 81,4% der Menschen ein Fahrrad besitzen.

Ok, nicht jedes Fahrrad wird täglich gebraucht. Die Staubschicht auf so manchem Zweirad, das im Keller oder in der Garage ein trauriges Dasein fristet, verrät einiges über den Schweinehund, den es zu überwinden gilt, wenn das Auto fahrbereit danebensteht. Aber ist diese Hürde erst einmal genommen, dann kann jede Fahrradstrecke zu einer Auszeit mit Erholungswert werden.

 

Mit dem Fahrrad durch die Stadt

Das hört sich zuerst einmal nicht nach Erholung an. Im Berufsverkehr durch Berlin zu fahren – hochkonzentriert, überall Lärm und Abgase – das kann schnell den Spaß verderben. Mit der Zeit kennt man jedoch die Straßen und Wege und wie beim Navigationssystem im Auto sollten im Kopf drei Vorschläge zur Auswahl stehen: A) die schnellste, B) die kürzeste und C) die ökonomischste Strecke. Während A und B in der Regel die zielgerichteten Routen sind und Kraft kosten, unterscheidet sich die dritte Variante darin, dass sie dem Fahrer etwas gibt, anstatt ihm etwas zu rauben. Diese Strecke kann an individuell schönen Dingen vorbeiführen. Das kostet keine Zeit – nein, es schenkt Erlebnis.

 

Raus aus der Stadt…

…und raus aufs Land! Rund um Berlin, Hamburg und jeder anderen Stadt beginnt meist ganz plötzlich ein sehr ländlich geprägtes Leben. Die Angebote an Radwegen und Touren sind vielfältig und abwechslungsreich. Es geht vorbei an historischen Stadtkernen, Seen, Wäldern und Feldern. Alles zum Erleben und Wahrnehmen – nur ein paar Pedaltritte entfernt.

Ein paar Kilometer weiter – im Umkreis der Rheinsberger PreussenQuelle – findet man das Ruppiner Seenland mit seinen malerischen Seen zum Neu- oder Wiederentdecken. Das Wasser dort ist so klar, dass man meist bis auf den Grund sehen kann. Im gesamten Naturpark Stechlin-Ruppiner Land gibt es bis zu 180 Seen. Viele von ihnen scheinbar unberührt, als wäre man der erste Mensch, der sie entdeckt hätte. Besonders beeindruckend ist auch der hohe Bestand an Buchenwäldern – 25 % ! –, die mächtig, hell und schattig die Seen umgeben.

Tipp:

Radtouren in und um Brandenburg

 

Natur entdecken und entschleunigen

Mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, entschleunigt die Zeit. Das kann der Weg zur Arbeit oder die Tour in der Freizeit sein. Mit dem Zeit-Heraus-Nehmen verändert sich die eigene Wahrnehmung. Ohne die abschottenden Wände des Autos öffnet sich die Welt zum Riechen, Fühlen und Hören. Alles wird bewusst oder unbewusst erlebt.  Auf jeden Fall ist der Radler immer ein Stückchen näher an der Natur.

 

…und dazu Wasser erleben

Sowohl in der Stadt als auch außerhalb von Berlin und Hamburg, überall findet man unglaublich viele und schöne Plätze direkt am Wasser. Flüsse und Seen, klein und groß und alle sehr unterschiedlich. Mit dem Fahrrad lassen sich alle entdecken und laden zum Verweilen ein. Einen Parkplatz für das Fahrrad gibt es immer. Anhalten, absteigen und einfach verweilen.

 




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