15 Quadratmeter Zufriedenheit



15 Quadratmeter Zufriedenheit
09. November 2017  ·  von Witold Michalzcyk



Was braucht man wirklich zum Leben? Was macht einen zufrieden? Für Leopold Tomaschek sind es die 15 Quadratmeter seines Tiny Houses – und die Dinge, die sich darin befinden.

Durchschnittlich 10.000 Gegenstände hortet jeder Mitteleuropäer in seinen vier Wänden. Bei Leopold Tomaschek sind es viel weniger, aber es sind nur Dinge, die für ihn wesentlich sind. Und nicht nur in dieser Hinsicht ist Tomaschek alles andere als durchschnittlich. Denn es gibt wohl nur wenige 17-jährige, die wie der Schüler aus Niedersachsen bereits ein eigenes Haus gebaut haben. Sein Tiny House hat 15 Quadratmeter, ist mobil und das Ergebnis eines Schulprojekts der Freien Schule Hitzacker, das „etwas aus dem Ruder gelaufen ist“, wie Tomaschek schmunzelnd zugibt.

 

Noch während der Bauphase hat er gemeinsam mit seiner Freundin begonnen, systematisch sein Hab und Gut zu reduzieren. „Ich wollte ganz konsequent nur die Dinge mitnehmen, die wesentlich für mein Leben sind“, beschreibt Tomaschek. Daher vermisst er nun nach dem Einzug auch nichts. Und er hat nicht das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Denn der leidenschaftliche Musiker hat in seinen Räumlichkeiten sogar Platz für sein Klavier geschaffen, das unter der Küchenarbeitsplatte steht.

 

Auf das Wesentliche konzentriert

Reduzierung beschränkt sich für Leopold Tomaschek nicht nur auf die Dinge des alltäglichen Lebens. Ausgiebig hat er sich damit beschäftigt, wie er seinen Wasserverbrauch reduzieren kann sowie möglichst wenig Energie verbraucht – und diese zudem umweltfreundlich bezieht oder selber produziert. Daher hinterlässt sein Tiny House nur einen kleinen CO2-Abdruck und setzt so ein Statement gegen Verschwendung. Aus diesem Grund hat er für den Innenausbau teilweise Recyclingholz verwendet und neues Holz bei einem lokalen Holzhändler gekauft.

 

Das Tiny House ist für Leopold Tomaschek auch ein Stück Freiheit. Mit einem kleinen Haus auf Rädern findet er fast überall einen Platz zum Leben. Als Selbstversorger ist er dabei auch über lange Zeit unabhängig von Wasser- und Energieanschlüssen – und schont so Ressourcen.




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