Welches Wasser passt zu mir?



Welches Wasser passt zu mir?
21. Mai 2017  ·  von Frank Stieldorf



Wer sich mit Mineralwasser beschäftigt, stellt sehr schnell fest, wie groß die Unterschiede zwischen den Marken sind. Dennoch kann man nicht einfach sagen, was ist ein gutes und was ein schlechtes Wasser ist. Doch wie finde ich ein Wasser, das zu mir passt? Auf dem Weg dahin sollte man sich nicht nur auf Geschmack, Verwendung, Ästhetik und Verpackung achten. Ich denke, dass man sich auch über Herkunft sowie den Abfüller und dessen Engagement Gedanken machen muss.

 

Wasser kann als Ergebnis gesehen werden, wie wir mit unserer Erde umgegangen sind – und (leider) immer noch umgehen. Da wir heute in einer Welt leben, die durch unterschiedlichste menschgemachte Umwelteinflüsse zunehmend belastet wird, ist auch Wasser zunehmend in Gefahr. Und das betrifft nicht nur Grund- und Leitungswasser. Auch an Quell-, Tafel-, und Mineralwässer geht diese Entwicklung in Zukunft nicht vorbei. Daher hat die Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser einen Standard entwickelt, der den heutigen Qualitätsanforderungen gerecht wird und Konsumenten eine sehr detaillierte Antwort auf ein ursprüngliches reines Mineralwasser gibt. Neben den gesetzlich geregelten Einstufungen, in denen natürliches Mineralwasser den höchsten Standard bildet, gibt es also eine darüber hinausgehende, privatrechtliche Qualifizierung als Bio-Mineralwasser.

Was bedeutet dies für mein Wasser?

Dieses neue Reinheitsgebot legt den Fokus auf Qualität und ist meiner Meinung nach ein guter Leitfaden auf der Suche nach einem Wasser, das zu mir passt. Denn: Rückstände, landwirtschaftliche Abbauprodukte, Hormone, Süßstoffe usw. haben im Mineralwasser nichts zu suchen. Auch in der Abfüllung sind die ursprüngliche Wasserqualität beeinflussende Maßnahmen nicht akzeptabel. Hier muss man schon tief einsteigen und sich durch die großen Analysen durcharbeiten. Der Bio-Mineralwasser-Standard erleichtert also die erste Auswahl und der Blick auf die Website der Qualitätsgemeinschaft lohnt sich.
Bis hierher war der Weg also klar. In den einzelnen Kategorien wird es nun schwieriger, weil hier individuelle Eigenschaften zum Tragen kommen, auf die jeder eigene Antworten finden muss. Daher hier eine Auswahl an möglichen Kriterien.
 

Der Geschmack

Jedes Mineralwasser schmeckt anders, da es durch unterschiedliche Gesteinsschichten fließt. Norddeutsche Wässer sind eher niedrig mineralisiert und schmecken meist wenig salzig. Die klassischen Vulkaneifler-Mineralwässer sind dagegen sehr mineralstoffreich und salzig im Geschmack. Aber es gibt auch bittere oder süße Noten. Wässer die einen nassen oder trockenen Mundraum zurücklassen. Es gibt sehr weiche Mineralwässer oder eher harte. Immer abhängig von den darüber liegenden Gesteinsschichten. Am vielfachen Probieren führt hier kein Weg vorbei. Am besten mit mehreren Wässern nebeneinander, dass macht die Unterschiede deutlicher und die individuelle Bewertung einfacher.
 

 Die Verwendung

Nur wenige Menschen haben schon mal die Frage gestellt, welches Wasser zu Ihnen oder einer Situation passt. Aber es ist sinnvoll, sich hier ein Gedanken zu machen. Ein neutrales stilles Wasser, das einen nassen Mundraum hinterlässt und die Zunge wieder auf Stand null führt, passt zu einem guten Rotwein, ein leichtes, wenig salziges Medium-Mineralwasser zu einem kühlen Weißwein. Mineralstoffreiches stilles Mineralwasser ist gut nach dem Sport. Oder darf es ein sehr weiches, leicht mineralisiertes Mineralwasser sein, dass es einem leicht macht am Tag auch zwei Liter Wasser zu trinken.
 

Die Wirkung

Ein weites Feld, das von Heilwässern bis zum Sportlerwasser reicht. Auch Esoterik spielt hier mit. Was wirkt wirklich? Darüber gehen die Meinungen sehr weit auseinander. Daher muss jede Marke für sich sprechen. Alles zusammen bietet viel Ansatz zum Beschäftigen.
 

Die Ästhetik

Es hört sich vielleicht etwas merkwürdig an, aber in der Regel ist die Gestaltung von Mineralwasseretiketten meist sehr klassisch ausgerichtet. Modernere Ansätze sind eher selten. In der Gastronomie sieht das Bild mittlerweile durch eigene Flaschenformen ansprechender aus. Festhalten darf man aber: Die Optik hat bei Wasser eine Bedeutung.
 

Die Verpackung

Die große Frage PET oder Glasflasche? Für mich ist die Frage ganz klar mit Glas beantwortet. Keine PET-Flasche ist komplett dicht, kein Produkt nimmt so leicht Geschmack an, wie Wasser und jede PET-Flasche weniger ist besser. Der Vorteil von PET: Das Handling ist einfacher. Aber sollte das, ausschlaggebend sein? Man kann auch ein Statement setzen und einfach nein zu PET sagen.
 

Die Herkunft

Damit ist nicht nur der Geschmack gemeint, sondern die Frage: Wie weit muss und sollte ein Produkt transportiert werden?  Da man nicht jeden Wassertyp regional abdecken kann, kann man auch die Frage nicht alleine mit regional beantworten. Und trotzdem, gerade bei Mineralwasser kann man Kilometer sparen.

Aber noch einen Aspekt zu diesem Thema. Im Gegensatz zu Säften, wo das Obst transportiert werden muss, evtl. auch noch einmal der Saft, ist Mineralwasser immer noch harmlos in der Betrachtung.
 

Das Unternehmen und sein Engagement

Spätestens hier wird es ganz spannend. Auf kaum einen Markt findet man eine größere Konzentration von Konzernen. Kleine, unabhängige Unternehmen sind eine absolute Rarität und neue kommen fast gar nicht mehr hinzu. Aber: Es bedarf schon einer Recherche, um zu erfahren, welcher Konzern oder Unternehmensverbund hinter einer Marke steckt. Doch erst dann zeigt sich oft, wer sich wirklich für den Erhalt der Wasserqualität einsetzt und wer nicht.
 

Mein Fazit

Wer sich mit diesen Stichpunkten nur etwas ernsthafter auseinandersetzt, findet mit Sicherheit sein Mineralwasser. Übrigens: Für all jene, die mir jetzt sagen: „Ich trinke lieber Wasser aus Leitung“, habe ich eine auf den ersten Blick überraschende Antwort: Ich finde, dass das nicht schlecht ist und sicher besser als so manches andere Getränk. Doch Leitungswasser ist eben kein Mineralwasser und muss daher anderen Anforderungen gerecht werden. Außerdem hat man dabei keine Auswahl, sondern muss das trinken, was aus dem Hahn kommt. Und eines gilt auf jeden Fall: Für unser Wasser und seine Qualität müssen wir uns alle einsetzen, denn ein ursprüngliches reines Wasser ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr.




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