Natürlich grillen



Natürlich grillen
08. Mai 2019  ·  von Elisa Wichura



Wir sind wieder mitten in der Grillsaison angekommen. Schönes Wetter, ein kühles Bier oder ein Prosecco und dazu all das, was man kurz und schnell auf den Grill legen kann. Phantasie offen. Die Küche wird nach draußen verlegt. Aber das, was so einfach und unkompliziert klingt, ist zu einer eigenen Wissenschaft geworden und Hightech ist auf der Terrasse eingezogen.

 

So wie man sich bei Wasser wieder auf das wichtigste Lebensmittel besinnt, wird auch das „Kochen im Freien“ wieder ein spannendes Diskussionsthema.

 

Letztendlich bleibt es jedem „Griller“ vorbehalten, wie und was er grillen möchte. Aber die Versuchung ist groß, im Heimwerkermarkt das neueste Modell der Saison mitzunehmen. Oder sich in Fachgeschäften zu verlieren, die eine ganze Welt des freien Kochens zelebrieren. Grenzen sind keine gesetzt und für jede noch so große Geldbörse findet sich ein passendes Angebot und das noch perfektere Zubehör. Tausend Euro sind sehr schnell ausgegeben oder reichen nicht aus. Das, was in der Küche der Thermomix ist, sind Grillstationen für die Küche außerhalb der Küche. Mehrere Brenner, elektronische Zündsysteme, Aromaschienen für ablaufendes Fett, Seitenkocher, Warmhalteplatten und -roste, Beleuchtung, alles machbar. Dazu die passende Schürze, Bestecke, Töpfe und so weiter.

 

Die Alternative kann genau das Gegenteil sein. Mit möglichst wenig Ausstattung und einfachen guten Zutaten wieder zu den Ursprüngen des Kochens gelangen. Noch bevor es eine Küche gab, wurde im Freien das Essen zu bereitet. Nichts Besonderes – immer ganz nahe an und in der Natur.

 

 

Weniger kann mehr sein

 

Neben dem technisch perfekten Kochen ist es einen Versuch wert, einmal den Gang zurück zu nehmen. Wobei die Frage im Raum steht, ob so mancher Schritt zurück nicht auch ein neuer Fortschritt sein kann. Gerne sucht man ein Stück Freiheit und freie Zeit – vielleicht in der Natur, alleine oder im Kreis netter Menschen. Beim Grillen lässt man sich Zeit mit der Zubereitung und für das Essen – all das, was beim täglichen Abendessen am Küchentisch manchmal verloren geht. Es gibt die Möglichkeit, neben ganz viel Perfektion und Technik – mit der man sich ausführlich beschäftigen muss – einen völlig unperfekten, dafür einfachen und auch kostengünstigen Weg einzuschlagen. Immer sehr kreativ und weit weg von jeder Perfektion.

 

Das Schöne ist, es geht so und es geht auch anders. Doch je weniger man benötigt, desto näher ist man am Ursprung und findet mehr Zeit für Gespräche. Und fast alles, was sich schnell garen lässt, ist für den Grill geeignet. Also – der Phantasie freien Lauf lassen, wenig vorbereiten, immer wieder etwas nachlegen und das den ganzen Abend lang.

 

Und je reduzierter die Zusammenstellung ist, desto freier ist man in der Wahl des Grillplatzes. Aber nicht vergessen: Wildes Grillen in der Natur – besonders in der heißen und trockenen Jahreszeit – stellt eine hohe Waldbrandgefahr dar, daher sind genehmigte Grillplätze aus Rücksicht auf die Natur zu bevorzugen. Außerdem ist es eine Selbstverständlichkeit, den Grillplatz ordentlich zu hinterlassen und anfallenden Abfall wieder mitzunehmen. Eine große Auswahl an offiziellen Grillplätzen finden Sie unter www.dein-grillplatz.de.

 




1 Kommentare




  • Kommentar von Sebastian Koch

    Danke für diesen Blog! Nachhaltig zu Leben ist nicht immer einfach, aber auch nicht so schwer wie man sich dass zuerst vorstellt. Ich selber esse gerne viel Fleisch und grille, aber so langsam habe ich genug gute Alternativen gefunden, diese Tipps werde ich auch auf jeden Fall auf meine Grill-Liste noch eintragen!
    Viele Grüße, Sebastian

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