Vorausgeschickt: Du kaufst Dir Dein Mineralwasser in Einweg-PET-Flaschen, weil Dir Glasflaschen zu schwer sind? Dann kannst Du hier aufhören zu lesen. Warum? Weil es einen Haufen vernünftiger und nachvollziehbarer Argumente für Mineralwasser in Mehrweg-Glasflaschen gibt, die Du entweder ignorierst oder, die Dir egal sind. Solltest Du nun aber doch neugierig geworden sein, habe ich ein paar Infos für Dich:
Qualität
Natürliches Mineralwasser muss aus geschützten unterirdischen Quellen stammen und die staatlichen Vorgaben der MTVO erfüllen. Verbraucher*innen schätzen diese Ursprünglichkeit und Natürlichkeit, die oft mit damit einhergeht, dass das Wasser eine hohe Qualität aufweist. Und: sie sind bereit, dafür einen höheren Preis als bspw. für Leitungswasser zu bezahlen. Mineralwasser hat also eine Verpackung verdient, die schonend und vor allem schützend wirkt – so wie Glas. Für PET gilt das nicht. So wurden in Getränken aus Einweg-Plastikflaschen bereits Acetaldehyd, Antimon und andere hormonaktive Substanzen festgestellt.

Mineralwasser muss natürlich und von hoher Qualität sein.
Nachhaltigkeit
Glas-Mehrwegflaschen können bis zu 50 mal wiederbefüllt werden. Die Einweg-Plastikflasche wird nach einmaligen Gebrauch geschreddert. Allerdings stammt bei der Neuproduktion von Einwegflaschen nur etwa die Hälfte des verwendeten Materials aus Recyclingquellen. Der Rest besteht aus fossilen Rohstoffen. Ganz abgesehen von der Energie, die für die Neuproduktionen notwendig ist. Generell gilt: Durch Einweg-Plastikflaschen entstehen jährlich 394.000 Tonnen Plastikabfall. Durch die Nutzung von Mehrweg könnte pro Jahr unnötiger Verpackungsmüll mit einem Gewicht von fast sechs Kreuzfahrtschiffen eingespart werden.

Fast 1,9 Millionen Einweg-Plastikflaschen werden in Deutschland stündlich verbraucht.
Regionalität
Trotz dieser Nachteile argumentieren Herstellerunternehmen und zuweilen auch Verbraucher*innen, dass die leichtere Einweg-Plastikflasche Vorteile bei langen Transportwegen gegenüber der schwereren Glas-Mehrwegflasche habe. Ja, Gasflaschen sind schwerer, der Punkt ist aber ein anderer: Warum sollte man Mineralwasser über große Strecken überhaupt transportieren? Allein in Deutschlang gibt es ca. 180 Mineralbrunnen. Lange Transporte von einem schweren und überall verfügbaren Gut wie Wasser sind nicht nur überflüssig, sondern ganz grundsätzlich ökologischer Wahnsinn. Daher empfiehlt sich der Genuss von regionalem Mineralwasser – natürlich aus der Glas-Mehrwegflasche.

Über 90% des Mineralwassers aus Rheinsberg wird in Berlin und Brandenburg getrunken.
P.S.
Wem das Tragen von Wasserkisten mit Glasflaschen noch immer zu anstrengend ist, dem seien Lieferdienste empfohlen, die mittlerweile recht flächendeckend verfügbar sind.
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