Wasser – was ist drin?



Wasser – was ist drin?
10. Januar 2020  ·  von Hilmar Hilger



Seit über 20 Jahren ist die Caretta caretta-Kindergruppe der NAJU Brandenburg im Stadtgebiet von Potsdam aktiv. Die begeisterten jungen Leute treffen sich einmal monatlich (von Freitag bis Sonntag) unter der Leitung der Biologin Ute Herrmann zu einem vielseitigen Programm. 2019 wurden in einer, für Kinder verständlichen Art, viele Aspekte zum Thema Wasser untersucht und erlebbar gemacht. Ziel des Projektes „Wasser – was ist drin?“ war, ein Verständnis für den außerordentlich hohen Wert dieser Ressource zu erarbeiten. Mit wachsender Erfahrung entwickelte sich das persönliche Bedürfnis, mit Wasser viel sorgsamer umzugehen und auch aufmerksamer zu verfolgen, wie gut oder auch schlecht die Öffentlichkeit diese Lebensgrundlage behütet. Auch die Familien und Schulen werden einbezogen.

Zunächst werden die Themen gemeinsam ausgewählt.

Aus mehreren Möglichkeiten hatten sich die Kinder das Thema „Wasser“ als Jahresthema ausgewählt. Aufbauend auf ihre bisherigen Erfahrungen wurden immer weiteren entstehenden Fragen nachgegangen und dabei erstaunliche Entdeckungen gemacht. Zu den wichtigsten Erkenntnissen aus den zahlreichen Aktivitäten zählt, dass:

… trotz des unterschiedlichen Alters der Teilnehmer*innen das Ausgangswissen ähnlich ist;
… die Spuren es ehemaligen Wasserreichtums in der Landschaft noch zu finden sind;
… der Anteil des trinkbaren Wassers am gesamten Wasser der Erde winzig ist;
… es schwer ist, Erwachsene wirklich zum Nachdenken und Handeln zum Thema zu motivieren;
… Wasser nicht nur Sauerstoff und Wasserstoff ist, sondern sauer oder seifig, hart oder weich und Grundwasser sogar salzig sein kann;
… durch industrielle Landwirtschaft schädliche Stoffe wie Gifte, Dünger und Nitrat in das Wasser gelangen;
… ökologischer Landbau die Wasserqualität fördert;
… mehr als 60 Menschen zum Müllsammeln mobilisiert werden konnten;
… Techniken noch nicht verboten sind, die das Grundwasser gefährden;
… Trinkwasserentnahme ehemals wertvolle Landschaften (Moorgebiete) verändert und der persönliche Wasserverbrauch damit einiges zu tun hat;
…. Oberflächenwasser bis jetzt oft über Gullis „entsorgt“ wird, obwohl es in der Landschaft fehlt;
… Spülmittel und Waschmittel das Wasser verändert;
… mit unterschiedlichen Ergebnissen die Abwasserbehandlung in den Klärwerken Stahnsdorf und Merz und in der Ökolaube Potsdam durchgeführt wird;
… man auch mit Hilfe einer Präsentation über das Projekt und des Filmes „Home“ mit den Eltern gemeinsam den Umgang mit Wasser besprechen kann und jeder gute Ideen dafür entwickelt;
…man im Mitmachmuseum „Extavium“ in Potsdam über viele Wasserthemen etwas lernen kann;
… es eine Wasserrahmenrichtlinie zur Verbesserung der Oberflächengewässer in Europa dringend braucht;
… im Projekt so viel zum Thema „Wasser“ gelernt wurde, dass die Kinder darüber auch in ihren Schulklassen berichten. Dafür wurde eine Anschauungstafel mit dem Thema: „Wasser – was ist drin“ gefertigt, die von Schule zu Schule weitergereicht und pro Klasse mit einem Vortrag kombiniert wird.

Durch Expeditionen wird das Gelernte erlebt.

Wenn das Projekt den Nachhall gewinnt, wird das Preisgeld für ein neues Gründach der Gartenhütte verwendet, in der alle Geräte und Werkzeuge untergestellt sind, die die Gruppe für Pflegeeinsätze nutzt und an der Treffen am Lagerfeuer stattfinden.




4 Kommentare




  • Kommentar von Delphine Scheel M.A.

    Ich habe immer versucht im Einklang mit der Natur zu leben bzw .zu handeln Durch eine Baubehörde werde ich daran gegindert ,dass ich Regenwasser zum Gießen meines Gartens verwenden kann .Weil der Garten im sogenannten Außenbereich ist ,musste ich das Terassendach abbauen ,womit ich das Regenwasser auffing und kein Trinkwasser verschwendete 1 Gleichzeitig musste ich Nistkästen und Insektenschlupflöcher damit vernichten ,auch die von Hornissen ! Die Baubehörde fand auch keine Kompromisslösung ,obwohl es nach meiner Meinung möglich war .Dieser Behördenirsinn traf natürlich nicht nur mich !

  • Kommentar von Delphine Scheel M.A.

    Es ist wirklich gut, das die Biologin Ute Herrmannn mit der Kinder Caretta caretta-Kindergruppe sich ausführlich mit dem Thema Wasser und speziell auch mit gutem und sauberem Trinkwasser für alle Menschen beschäftigen! Es könnte sein, das in der Zukuinft sogar Kriege für eine gute Wasserversorgung geführt werden!!!
    Entsprechende Informationen zum Thema für alle Menschen z.B. Vom NABU und anderen Naturschutzverbänden und NGOs sind unbedingt notwendig und müssen auch noch mehr von den Medien verbreitet werden, auch das die Medien ausführlich darüber berichten, wie Multinationale Konzerne Weltweit die Wasser- und Trinkwasserversorgung privatiisieren!!!

  • Kommentar von Delphine Scheel M.A.

    Die NaturschutzJugendGruppe Caretta zeichnet sich durch ein besonderes Gruppenkonzept aus, Es ermöglicht Kindern u. ihren Eltern eine gemeinsame, fortdauernde Freizeitgestaltung. Es wird gemeinsam in frischer Luft und in Ute Herrmanns Nestbau gekocht, gespielt u. gelernt . Eine ganz besondere Art der Entwicklung von Gemeinschaftsgefühl. Ich wünsche speziell diesem NAJU-Kinderprojekt ein Fortdauern u. reges Einkehren von Familien. Ich habe es selbst miterlebt u. kann es nur „wärmstens“ weiterempfehlen.

  • Kommentar von Ute Herrmann

    Es war sehr schön zu erleben, wie die Kinder an jedem Wochenende wieder neu vom Schulmodus des „lernen müssen“ und „sich gegen Andere behaupten müssen“ wieder zur Neugier und zum gemeinsamen, gleichberechtigten Erleben und Erforschen Lust bekamen. Dieser Wechsel ist an jedem Wochenende eine Herausforderung aber auch eine Befreiung. Beim Thema „Wasser“ wurde deutlich, dass wir an den Problemen sehr vielfältig ALLE GEMEINSAM beteiligt sind. Allerdings wurde auch die dringende Notwendigkeit sehr deutlich, dass Behörden und andere Beteiligte endlich handeln müssen (Grundwasser-Rückgang, Gewässerqualität, Qualität des geklärten Abwassers usw.).

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