Unser Schulgarten – Natur pur in der Stadt



Unser Schulgarten – Natur pur in der Stadt
29. Oktober 2019  ·  von Hilmar Hilger



Kategorie: Wasser- und Bodenschutz (Schulprojekt)

Nur fünf Gehminuten von der Schule entfernt, direkt an der alten Stadtmauer, befindet sich der Garten der Stadtschule Gransee. Alle Kinder der Klassen 1 bis 6 nehmen an dem Projekt teil und erfahren dort, warum ein gesunder Boden notwendig ist, wie man Lebensräume für Insekten schafft, was es mit Kompost und Gründüngung auf sich hat oder welche Tiere und Pflanzen einen Teich bewohnen. Die Kinder erleben dort in verschiedenen Gartenprojekten den nachhaltigen Anbau von Obst & Gemüse und sammeln so Erfahrungen für ihr Leben und ihren persönlichen Konsum.

Viel Platz für Obst, Gemüse und Tiere

Im Schulgarten gibt es mehrere Apfelbäume, einige ältere und auch neu gepflanzte. Die Kinder sammeln oder pflücken die Früchte und sehen, dass diese nicht immer perfekt sind. Natürlich wird auf Pestizide verzichtet. Die dritten Klassen führen im Herbst passend dazu ein Apfelprojekt und eine Apfelolympiade im Schulgarten durch.

Außerdem wurden „Blühstreifen“ (Blumenwiesen) angelegt und einige natürlich gehaltene Ecken: Insektenhotels, Nistkästen oder Totholzhaufen sind überall zu finden. So sollen die Schülerinnen und Schüler erfahren: ohne Blüten keine Insekten! Ohne Insekten kein Obst!

Auf den Beeten werden Kartoffeln, Erdbeeren und Radieschen oder Möhren angebaut. Auch hier wird auf den Einsatz von Chemie bewusst verzichtet. Die Beet- und Blumenpflege erfolgt nur per Hand.

Erst Grünschnitt, dann Komposterde

Drei große Komposthaufen liefern jährlich Komposterde. Die Kinder lernen, was auf einen Kompost gehört und was nicht. Wenn die Erde gesiebt wird, erkennen sie ob eventuell Fehler gemacht worden sind. Sie merken auch, dass Komposterde viel Unkraut auf den Beeten bedeutet, ihnen aber deutlich nützt. Auch bei der Bodenpflege wird auf Hilfsmittel wie künstlicher Dünger verzichtet. Die Kinder lernen, was Gründünger ist, säen ihn aus und graben um. Dies ist für Grundschüler manchmal gar nicht so einfach.

Die 4. Klasse erntet jedes Jahr im August und September Kartoffeln. Wegen der großen Trockenheit fiel die Ernte in diesem Jahr etwas dürftiger aus. Die Kinder erkannten, wie wichtig Wasser für das Pflanzenwachstum ist. Es hat aber trotzdem für Kartoffelkuchen, Kartoffelpuffer, Gratin und Kartoffelmäuse gereicht. Ein weiterer Bestandteil ist der kleine Gartenteich. Dieser wird von den Schülerinnen und Schülern regelmäßig gereinigt. Im Frühjahr können sie dort Frösche und andere Tiere beobachten.

Beim Tag des „Offenen Schulgartens“ werden den Besucher/innen an verschiedenen Naturstationen durch die Kinder wichtige ökologische Inhalte vermittelt. Beispielsweise wird Wasser auf natürliche Weise gefiltert und alle sind erstaunt, was ein paar Steine und Kies so schaffen. Die Gäste sind mit den Schüler/innen Regenwürmern auf der Spur, beobachten sie und schauen, was sie im Komposthaufen leisten. Insekten werden gesucht und bestimmt, außerdem wird gemeinsam mit der Umweltgruppe des Hortes experimentiert.

Tag des Offenen Schulgartens

Im Rahmen des Granseer Klatschcafés organisiert die Stadtschule Gransee außerdem regelmäßig einen Gesundheitsstammtisch im Schulgarten. Dabei unterstützt eine Kräuterpädagogin, die den Besucher/innen unter anderem zeigt, welche Wildkräuter sich zum Salat oder für Kräuterbutter eignen, wie natürliche Farben entstehen oder wie man Konfekt aus dem Garten herstellt.

Die Kinder sollen über all die verschiedenen Aktivitäten erkennen, dass Garten auch ohne Chemie geht, Böden natürlich gesund erhalten werden können sowie Tiere nützlich sind und Platz im Garten benötigen.

Wenn die Stadtschule Gransee den Nachhall gewinnt, soll die Gewinnsumme in die verschiedenen Gartenprojekte fließen. Derzeit wird der nächste Tag des „Offenen Schulgartens“ geplant. Außerdem benötigt das Gartenhaus eine Sanierung und die Kräuterbeete müssen erneuert werden.




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