Grashüpfer Flips Wiesentraum



Grashüpfer Flips Wiesentraum
28. Dezember 2019  ·  von Hilmar Hilger



Die Gijsels van Lier Grundschule in Lenzen hat im Rahmen ihrer diesjährigen Projekttage den verwilderten ehemaligen Schulgarten reaktiviert. Ziel war, den Kindern zu zeigen, dass jeder etwas zum Erhalt des Ökosystems beitragen kann und, wie wichtig Insekten für dieses System sind. Gemeinsam will man einen kleinen Beitrag dazu leisten, ökologische Zusammenhänge zu verstehen. Denn, die Liebe zur Natur, zu Pflanzen und Tieren, kann man nicht vermitteln, sondern sie entwickelt sich erst indem Kinder Natur aktiv erleben und verstehen. Zwölf Kinder der ersten bis sechsten Klasse und zwei Lehrerinnen nahmen die Herausforderung an, bauten ein Insektenhotel und schufen einen Platz für Reptilien und Lurche. In nur fünf Tagen gelang es mit viel Fleiß, der Hilfe des Hausmeisters und den Blumenspenden einiger Hobbygärtner ein kleines Paradies für die Tiere zu schaffen.

Aus dem Projekttagebuch:

Die Projekttage standen in diesem Jahr unter dem Thema Umwelt und Umweltschutz. Unsere Sechstklässler*innen hatten dies vorgeschlagen und viele Ideen für spannende Projekte entwickelt. Neben Upcycling, Müllsammelaktionen, einer Projektgruppe, die sich mit dem Plastik in den Meeren beschäftigte, unterbreiteten die Schüler*innen den Vorschlag, eine Bienenweide anzulegen. Zwei Lehrerinnen und unser Hausmeister begannen mit der Planung. Ein Spendenaufruf an die Lenzener Hobbygärtner wurde in der Stadt und unter der Elternschaft verteilt, Pflanzerde musste besorgt, die Hilfe in Form von Manpower abgesprochen werden, ein Plan für den Garten und das Insektenhotel brauchten wir und vieles mehr. Dann ging es los. Hochmotivierte, bestens ausgerüstete kleine und große Gärtner starteten am 23. September in die Projektwoche.

An unserem ersten Tag informierten sich die Kinder zunächst über die Bedeutung der Insekten, insbesondere der Wildbienen. Mit viel Elan musste anschließend das alte Schulgartengelände beräumt werden. Die vielen Steine, die ehemals als Beeteinfassung gedient hatten, wurden zu einer Mauer aufgeschichtet, die Lurchen und Reptilien als Unterschlupf dienen soll. Gerümpel, der sich angesammelt hatte, wurde entsorgt. Die trockenen Äste aus Büschen und kleinen Bäumen mussten herausgeschnitten werden und dann gab es noch die ein oder andere Pflanze zu retten.

Unseren zweiten Projekttag begannen wir mit einem kleinen Ausflug in das benachbarte Dörfchen Lanz. Dort besuchten wir den Fachmann für Bienen, den Imker Remo Bunge. Gemeinsam mit seiner Frau führte er uns durch seine Imkerei. Sogar ein paar leckere Kostproben gab es für die Naschkatzen. Er zeigte uns auch seinen bienenfreundlichen Garten und sein selbst gebautes Insektenhotel. Mit auf den Weg gab er uns viele Tipps für unser kleines Hotel. Zurück in Lenzen machten wir uns gleich wieder an die Arbeit. Der Garten musste abgeharkt werden.

Aus dem verwilderten Etwas hinter der Schule ist ein Garten mit Wegen entstanden.

An unserem dritten Tag, den wir Pflanztag nannten, legten wir zuerst die Wege an. Da wurde getrampelt, getrampelt, getrampelt. Während die großen Jungen einen alten Futtertrog, der neben dem Garten ein sinnloses Dasein fristete, ausgruben, begannen die anderen, die vielen Pflanzen, die uns die Eltern, Großeltern und viele Lenzener gebracht hatten, auszulegen. So viele Stauden, Kräuter und Blumensaat, wir waren begeistert. Nach einem gemeinsamen Frühstück mit frischen Brötchen und leckerem Honig, den Herr Bunge beigesteuert hatte, begann die große Pflanzaktion. Da wurde von einem Trupp Pflanzerde mit Kuhdung gemischt, der in die gegrabenen Löcher verteilt wurde. Die Pflanzmeister setzten die Blumen ein und die Wasserholer schleppten eifrig Gießkanne um Gießkanne. Immer wieder riskierten die Schüler*innen der anderen Projektgruppen einen Blick in den Garten, zeigten viel Interesse an unserem Tun und wurden von unseren Spezialisten mit Begeisterung über die Fortschritte informiert.

Unser vierter Tag startete wie der vorherige aufgehört hatte. Da gab es noch so viel zu pflanzen. Spannend war dann der Aufbau des Insektenhotels aus Euro-Paletten. Mit Hilfe unseres engagierten Hausmeisters wurden diese ausgesägt, aufgeschichtet zusammengeschraubt und in der Mitte mit einer festen Folie ausgelegt. In die gaben wir Pflanzerde und bepflanzten sie. So bekam unser kleines Hotel einen eigenen Hotelgarten. Mit dem Streichen des alten Zaunes konnten wir dann leider nur beginnen, denn es begann heftig zu regnen.

Das „Garten-Hotel“ hat noch Zimmer frei.

An unserem fünften Tag, dem „Alles-schön-mach-Tag“, trotzten wir dem Regen und füllten unser Insektenhotel mit den unterschiedlichsten Materialien, in der Hoffnung, dass viele Insekten dort einziehen. Dann wurde nochmal geharkt, ein altes großes Sieb, das ehemals zum Durchsieben des Komposts verwendet worden war, mit Fundsachen aus dem Garten bestückt, Bienentränken aufgestellt. Das Zaunstreichen verschoben wir auf das nächste Frühjahr. Stolz über das Erreichte ließen wir beim Blick über den Gartenzaun nochmal unsere gemeinsamen Anstrengungen Revue passieren und freuten uns über unsere nützliche Aktion. Am Sonnabend gab es während des Familientages die Möglichkeit für Eltern, Großeltern und Geschwister die Ergebnisse der Projektwoche zu bestaunen. Nur zu gern führten die Schüler*innen unsere Gäste fachkundig durch den Garten.

Sollte die Gijsels van Lier Grundschule den Nachhall gewinnen, soll das Preisgeld für den Ausbau und Erhalt der Bienenwiese eingesetzt werden. Auch die Anlage eines Feuchtbiotops auf dem Schulgelände würde damit ins Rollen gebracht werden.




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1 Kommentare




  • Kommentar von Fam.Huth

    Das Projekt ist toll und der kleine Bienengarten mit dem Insektenhotel ist wunderschön geworden. Es ist schöne Möglichkeit geschaffen worden, den Kindern Natur und ihren Wert und Bedeutung näher zu bringen.

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