Blühflächen statt Steinwüsten



Blühflächen statt Steinwüsten
09. Januar 2020  ·  von Hilmar Hilger



Die Kampagne „Blühflächen statt Steinwüsten“ wird in einem Netzwerk aus Kulturschaffenden und Naturschützern aus der Region Nordhessen, Stadt Kassel und Umland, umgesetzt. Ziel ist, durch den Austausch von Kulturschaffenden und Naturschutzakteuren, neue Perspektiven auf Kultur und Umwelt zu eröffnen. Ebenso sollen durch diesen Austausch Interventionen Orte und Plätze (mit- und neu-)gestalten.

Eine zentrale Frage, die sich die Initiatoren stellen, ist, wie Menschen ihre Umwelt wahrnehmen und welchen Wert sie der Natur geben. Ein Symptom für Entfremdung von Pflanzen und Tieren sind die versteinerten Vorgärten von Hausbesitzer*innen, Wohnungsgenossenschaften und Firmen. Mit welchen Mitteln können Gartenbesitzer*innen, Mieter*innen und alle Mitmenschen überzeugt werden, statt beispielsweise Steingärten anzulegen, mehr Biodiversität in ihrem Umfeld ermöglichen?

Mit viel Engagement werden kleine Stadtoasen geschaffen.

Die Kampagne bringt verschiedene Projekte und Akteure über Wildblumen zusammen. Im Herzen der Aktionen stehen die trockenresistenten Samen von heimischen Wildblumenmischungen. Deren Saatgut wird bei verschiedenen Aktionen mit diversen Akteuren und Zielgruppen ausgebracht; begleitet von künstlerischen Interventionen. Ebenfalls wird das Saatgut versteigert und verkauft, um weitere Aktionen dafür umzusetzen (und Kosten zu decken). Deswegen gehen die Initiatoren mit dem Kampagnen-Saatgut in die Kommunen und Landkreise, suchen bei Klimawochen und anderen städtischen/kommunalen Veranstaltungen über die Netzwerke den Kontakt/Dialog mit Bürger*innen, Aktivist*innen, Initiativen sowie Wissenschaft und vernetzen sich so.

Ziel der Kampagne ist es, 1.500 sichtbare Orte mit neuen Wildblumen zu schaffen, an denen bisher nichts geblüht oder gegrünt hat. Dazu gehört, die Vorbereitung der Fläche, Aussäen, Beet-Patenschaft vermitteln und Orte kennzeichnen. Die Mitmachenden (Privatleute, Kindergärten, Kleingärtenvereine) können selbst Aktionsformat und -umfang bestimmen und dokumentieren. Eine kommende Homepage wird außerdem dazu dienen, Anleitung für andere Kommunen und Akteure in Deutschland zu sein.

Mehr Wildblumen statt Steinwüsten!

Die neu geschaffenen kleinen Biotope beherbergen überwiegend Wildblumen und auch einige Kulturpflanzen. Sie bilden die Lebensgrundlage für Insekten und andere Kleinstlebewesen. Diese wiederum sind Nahrung für Vögel, Igel u.a. Somit sind die Blumen die Basis zum Erhalt sehr vieler Tier,- und Pflanzenarten. Diese kleinen Grün,- und Blühflächen verbessern die Luft, indem sie Sauerstoff produzieren und CO2 binden. Sie lassen auch das Regenwasser ins Erdreich zurückfließen. In Städten sorgen sie im Sommer, zusammen mit Bäumen und Sträuchern, für Abkühlung, sie laden ein zur nachbarschaftlichen Kommunikation und tragen durch ihre Schönheit bei zu mehr Lebensqualität.

Das Projekt wird im Rahmen des Vereins Essbare Stadt in Kassel vorgeschlagen und umgesetzt. Dafür stehen in Kassel dem Verein als Ausgangspunkt für die Kampagnen-Initiierung und Projektumsetzung Orte sowie Akteure und Netzwerke zur Verfügung. Das innere Kampagnen-Projektteam speist sich aus einem Kreis von Aktivisten verschiedener Kassler Initiativen wie dem Kulturnetz Kassel, Bücherei Kirchditmold e.V. und Transition Town Kassel. Wenn das Projekt den Nachhall 2020 gewinnt, sollen in großem Stil Saatgut-Tüten an Kommunen versandt werden.




20 Kommentare




  • Kommentar von Dorothea Cüppers

    Natürlich vote ich hier, denn ich gehöre zu den Organsatorinnen des Projektes. D.C.

  • Kommentar von Jennifer Krause

    Super Kampagne.Essbare Stadt Kassel tut was

  • Kommentar von Angela

    Yes, Vote for the Power of the Flowers! (And insects)

  • Kommentar von Christian Heinemann

    Tolle Idee – absolut zukunftsweisend.

  • Kommentar von Gewinn-Sparverein bei der Sparda-Bank Hessen e.V.

    wir unterstützen diese Aktion gerne als gemeinnütziger Verein, der an Ihren Verein für Nachhaltigkeit gespendet hat.

  • Kommentar von Dorothee Neeb-Frech

    Finde ich prima das was für unsere Insekten getan wird. Hoffe auf viele einsichtige Menschen

  • Kommentar von Henner

    Die Initiator*innen müssten einen Orden der Stadt bekommen

  • Kommentar von Katharina Cüppers

    wir Lebewesen sind alle dankba, wenn Obstbäume, Petersilie, Oreganon …. usw. … angepflanzt werden. und es gibt ja aiuch so viele essbare urgesunde Wilkräuter die einfach so wachsen – ohne unser zutun… wunderschön Euer Projekt ! Viel viel Glück !

  • Kommentar von Herbert Enemayer

    Ich fahre gerne mit dem Rad an blühenden Flächen vorbei. H.

  • Kommentar von Katrin

    Die Initiative hinterlässt so schöne blütenreiche Spuren in der Stadt, danke dafür!

  • Kommentar von barbara

    Tolle Aktion! Ich finde Steinwüsten grauenhaft! Kein Wunder, dass es weniger Insekten & Vögel gibt!

  • Kommentar von Sandra Seidel

    Tolles Projekt

  • Kommentar von Kerstin Linne

    Ein tolles Projekt von sehr engagierten Menschen!

  • Kommentar von Christiane

    Wenn es in Kassel mehr summt und brummt und zwitscherrt und alles schön bunt und grün ist, fühl ich mich wohler und mehr zu Hause. Danke für euer bisheriges Tun! Christiane

  • Kommentar von Barbara Spalke

    Jeder kleine Wildeblumenfleck in Kassel erfreut mich – es sollen immer mehr werden, deswegen vote ich selbstverständlich! Allen Beteiligten Dank für ihren Einsatz und gutes Gelingen.
    Barbara Spalke

  • Kommentar von Silvia

    Weiter so! Tolles Projekt! Mein Voting habt ihr! Kassel soll erblühen und „genießbar“ sein. DANKE!

  • Kommentar von Kerstin

    Diese insektenfreundlichen Blühinseln sind so wichtige Trittsteine für Tiere und Pflanzen und grüne Oasen für uns Menschen. Ich freue mich für die Stadt Kassel, dass dort so engagierte Bürgerinnen und Bürger mit tollen Ideen und mit viel Herzblut für die Natur aktiv sind. Viel Freude weiterhin und viel Erfolg!

  • Kommentar von maria

    Tolles und wichtiges Projekt! Solche Projekte steuern in die wesentliche und notwendige Richtung.

  • Kommentar von Nachhaltigkeit

    So ein tolles Projekte muss ich unterstützen!

  • Kommentar von Maren

    DANKE!!

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